Eine Ryanair-Maschine beim Start | Bildquelle: AFP

Studie zeigt Zuwachs Billigflieger im Aufwind

Stand: 23.10.2017 06:00 Uhr

Der Ausbau der Billigstrecken in und ab Deutschland schreitet voran. Die Daten des neuesten "Low Cost Monitor" zeigen: Der günstige Flugverkehr hat gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent zugenommen. Und er dürfte weiter wachsen.

Von Michael Immel, ARD-Luftfahrtexperte

Der Wettbewerb wächst, die Preise für günstige Flugtickets sind erneut gefallen. Die Preisspanne erreicht einen Tiefstand: Kunden zahlen zwischen 35 und 97 Euro. Die Zahlen im neuesten "Low Cost Monitor" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) belegen einen massiven Ausbau der Billigflieger in Deutschland.

Eurowings ist Marktführer mit einem Anteil von 52 Prozent. Die Billigtochter der Lufthansa bietet derzeit 368 verschiedene Strecken in und ab Deutschland an. Auch Konkurrent Ryanair baut seine Flotte massiv um und kommt derzeit auf 14 Prozent Marktanteil.

Ryanair-Pressekonferenz in Frankfurt | Bildquelle: REUTERS
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Im Frühjahr nahm Ryanair den Flugbetrieb am Flughafen Frankfurt/Main auf.

Immer mehr Strecken im Angebot

"In Deutschland liegt das Angebot von Ryanair als Vorreiter besonders günstiger Flugpreise mittlerweile auf dem zweiten Platz der Low-Cost-Carrier mit einem neuen Rekord von 243 Strecken", sagt Peter Berster vom DLR. "Die irische Airline kann mehr als 50 neue Strecken ab Deutschland gegenüber dem Vorjahr verzeichnen", so Berster.

Europaweit, so die DLR-Studie, ist Ryanair mit einem Marktanteil von 25 Prozent der größte Low-Cost-Carrier. Auf den Plätzen drei und vier landen Easyjet (90 Strecken) und die ungarische Airline Wizz (73 Strecken).

Massiver Ausbau von Billigfluglinien
tagesschau 16:00 Uhr , 23.10.2017, Alex Jakubowski, HR

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Rasanter Ausbau

Der Bericht über die Marktentwicklung im Billigflugmarkt wird seit 2006 jeweils im Frühjahr und Herbst veröffentlicht. Und so zeigt sich auch, wie rasant der Ausbau der Billigflieger voranschreitet. Allein gegenüber dem Vorjahr wächst der günstige Flugverkehr ab Deutschland mit einem deutlichen Plus von fast 15 Prozent; von 700 auf jetzt insgesamt 802 Strecken.

Vor allem Fluggäste mit Reisezielen in Spanien, Italien oder Griechenland profitieren davon. Und so ist Low Cost von deutschen Flughäfen weiter auf dem Vormarsch; mittlerweile jeder vierte Flug ist ein Billigflug. "Die anhaltend hohe Dynamik im Markt führt erneut zu fallenden Preisen bei den Günstigfliegern gegenüber dem Vorjahr", erklärt Berster. "Die ermittelte Preisspanne ist in diesem Herbst auf einen Tiefststand von rund 35 bis 97 Euro gefallen nach 40 bis 105 Euro im Herbst 2016 und 45 bis 115 Euro im Herbst 2015."

Hauptgründe dafür: ein weiter relativ niedriger Kerosinpreis und wachsender Wettbewerb. "Ryanair und Wizz haben trotz weiter verstärkter Präsenz an Großflughäfen die Preise erneut gegenüber dem letzten Jahr gesenkt und den Trend fallender Ticketpreise gestärkt", so Berster.

Wettbewerb wird gemieden

Besonders auffällig beim Geschäftsmodell der Billigflieger: Sie scheuen den Wettbewerb. Auf den insgesamt mehr als 9200 Strecken in Europa, die von Low Cost angeboten werden, ist in mehr als 85 Prozent (7865 Strecken) nur ein einziger Anbieter unterwegs (siehe Grafik). Gerade mal auf 139 Strecken treten mehrere Billigflieger gegeneinander an.

Der Blick auf den deutschen Markt zeigt: Insbesondere durch Low Cost-Anbieter auf mittlerweile knapp 100 Strecken ab Deutschland "bleiben die Preise im Rückblick niedrig", so das DLR.

Trend zur Langstrecke

Und noch ein Trend sticht aus dem Zahlenwerk des DLR-Instituts hervor: Billigflieger wie Norwegian und Eurowings gehen jetzt auch verstärkt auf die Langstrecke. Das Angebot an günstigen Flugtickets wächst kräftig.

Die skandinavische Billig-Airline verdoppelt die Zahl an Interkontinental-Flügen gegenüber dem Vorjahr. "Auf den Großflughäfen London, Paris, Kopenhagen und Stockholm wird so um Passagiere der klassischen Allianzfluggesellschaften geworben. Mit modernem kleinerem Fluggerät werden inzwischen aber auch Sekundärflughäfen auf beiden Seiten des Atlantiks bedient wie beispielsweise Edinburgh in Europa oder Providence in den USA", erläutert Berster.

Im Low Cost Monitor nicht berücksichtigt ist die Fluggesellschaft Air Berlin, die im August 2017 Konkurs angemeldet hat. Für die Wissenschaftler in Köln bedeutet das: Es wird zu weiteren "deutlichen Veränderungen im Markt kommen", wenn zum 28. Oktober 2017 der Verkehr unter Air- Berlin-Flugnummer eingestellt und in der Folge zahlreiche weitere Flugzeuge in die Eurowings integriert werden. Ryanair kämpft daneben mit internen Problemen und reduziert kurzfristig zum Winter sein Angebot.

"Low Cost Monitor"

So werden die Preise errechnet: Die Preisspanne fast die durchschnittlichen Brutto-Flugpreise zussammen, also inklusive Steuern, Gebühren und Zuschlägen. Dafür hat das DLR eine repräsentative Auswahl an Flugstrecken der in Deutschland bedeutendsten Low-Cost-Airlines Eurowings/Germanwings, Ryanair, Easyjet und Wizz ausgewertet. Die Durchschnittspreise werden im "Low Cost Monitor" auf Grundlage verschiedener Vorausbuchungszeiträume von einem Tag bis zu drei Monaten ermittelt.

Über dieses Thema berichtete der BR in der Sendung B5 aktuell am 16. Mai 2017 um 11:15 Uhr und tagesschau24 am 23. Oktober 2017 um 12:00 Uhr.

Korrespondent

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