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Reaktion auf hohe Benzinpreise
Kartellamt ermittelt gegen große Ölkonzerne
Das Bundeskartellamt hat einem Zeitungsbericht zufolge ein Wettbewerbsverfahren gegen alle fünf Mitglieder des Benzin-Oligopols in Deutschland eingeleitet. Betroffen seien BP/Aral, Esso, Shell, Jet und Total, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Unternehmen seien nach zahlreichen Beschwerden freier Tankstellen um weitere Informationen gebeten worden.
Hintergrund: Wie kommt der Benzinpreis zustande?
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.04.2012, Jochen Taßler, WDR/Marcel Müller, NDR
"Das ist ein Beitrag, um den Wettbewerb durch die freien Tankstellen gegenüber dem Oligopol zu stärken", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt der Zeitung. Konkret geht es darum, dass die Konzerne für die Belieferung von freien Tankstellen teilweise höhere Preise verlangt haben sollen als von Endkunden an den eigenen Tankstellen.
Sprit so teuer wie nie zuvor
Seit Monaten gibt es Unmut über die Preisgestaltung der Konzerne. Die Benzinpreise sind mit rund 1,70 Euro je Liter Super derzeit auf einem Allzeithoch.
Die Bonner Wettbewerbsbehörde geht dem Bericht zufolge Hinweisen nach, dass das Quintett an bestimmten Tankstellen seinen Sprit systematisch unter dem Einstandspreis verkauft habe, um dadurch unabhängige Anbieter auszubooten.
"Das ist ein Signal an die großen Fünf, dass wir die Vorwürfe ernst nehmen", sagte Mundt mit Blick auf das Vorgehen der Behörde. Diese steht selbst in der Kritik, seit Jahren zu wenig gegen die intransparente Preisgestaltung im Mineralölbereich auszurichten.
Andreas Mundt (Präsident des Bundeskartellamts) über das Wettbewerbsverfahren
tagesschau 14:00 Uhr, 04.04.2012
Stand: 03.04.2012 20:12 Uhr
