ADAC beklagt Preisschwankungen Tanken - das Grauen am Morgen

Stand: 26.03.2012 13:04 Uhr

Hand hält Zapfpistole an einer Tankstelle | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Morgens und nachts sind die Kraftstoffpreise besonders hoch.

Die Mineralölkonzerne zocken Autofahrer in Deutschland nach Meinung des ADAC mit einer Verwirrungstaktik ab: Der Autoclub hat bei einer Stichprobe an 33 Tankstellen in elf Städten kräftige Preisschwankungen am den Zapfsäulen gemessen. Demnach kostet ein Liter Super E10 im Schnitt abends 2,6 Cent weniger als am Morgen. Diesel sei abends im Schnitt 3,3 Cent je Liter günstiger. Extreme Preisaufschläge gebe es nachts - den größten in München mit zwölf Cent.

Für Autofahrer sei es kaum möglich, "bei diesem Preiswirrwarr den Überblick zu behalten und den richtigen Moment zum günstigen Tanken zu erwischen", sagt ADAC-Präsident Peter Meyer der "Bild“-Zeitung. "Mit dieser Jo-Jo-Preispolitik kassieren Ölmultis die Autofahrer systematisch ab."

ADAC-Studie: Benzinpreise steigen pünktlich zum Berufsverkehr
nachtmagazin 00:15 Uhr, 27.03.2012, Daniel Satra, NDR

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Mineralöllobby sieht funktionierenden Wettbewerb

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) als Vertreter der Konzerne widersprach: Jeder informierte Verbraucher könne sich im Internet die Preise anschauen und die kostengünstigste Tankstelle aussuchen, sagte eine MWV-Sprecherin. Tatsächlich schwankten die Preise seit vergangenem Jahr sehr stark, seit Ende des Jahres auch am Wochenende - das sei aber nichts Neues und "Beleg für den funktionierenden Wettbewerb". Der Verbraucher könne diesen Wettbewerb zu seinem Vorteil nutzen.

Neue Apps sollen Spritverbrauch anzeigen
ARD-Mittagsmagazin, 13:30 Uhr, 26.03.2012, Christopher Unger, WDR

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Konzerne machen Rohölpreis verantwortlich

Von einer Beobachtung an 33 Tankstellen auf eine Aussage für alle 14.700 Stationen in Deutschland zu schließen, sei "sehr gewagt", fügte die MWV-Sprecherin an. Das seit Monaten anhaltend hohe Niveau der Kraftstoffpreise erklärte sie mit dem gestiegenen Preis für Rohöl. Eine Sprecherin von Shell sagte, die Tonne Super am 1. Januar noch 921 US-Dollar gekostet, am 13. März seien es bereits 1137 Dollar gewesen. Das verteuere den Sprit für die Kunden.

Kraftstoffpreise im Jahresdurchschnitt (in Euro pro Liter)
JahrSuper*Diesel
20021,0460,836
20031,0920,884
20041,1320,937
20051,2171,061
20061,2801,109
20071,3371,160
20081,3891,324
20091,2731,077
20101,4051,214
20111,5221,411
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