BDI-Konjunkturerwartungen Deutsche Industrie blickt optimistisch auf 2013

Stand: 29.01.2013 21:08 Uhr

BDI-Chef Ulrich Grillo | Bildquelle: dapd
galerie

Ulrich Grillo ist Unternehmer in Duisburg - und neuer BDI-Chef

Der neue BDI-Präsident Ulrich Grillo hat erstmals die Wachstumsprognose der deutschen Industrie präsentiert. Grillo übernahm am Abend in Berlin offiziell das Amt des BDI-Präsidenten von Hans-Peter Keitel.

Der BDI erwartet für 2013 ein Wachstum von 0,8 Prozent. Das ist deutlich mehr als die Bundesregierung, die mit 0,4 Prozent rechnet. Nach einem voraussichtlich schwachen ersten Quartal gebe es gebe berechtigte Hoffnung auf eine deutliche Belebung ab dem Frühjahr. Auch für 2014 sei man zuversichtlich, sagte Grillo, ohne Zahlen zu nennen.

Die Industrie setzt vor allem auf den Export außerhalb Europas. Rückläufige Ausfuhren in die Eurozone könnten etwa von den Geschäften mit den USA und China mehr als ausgeglichen werden, sagte Grillo. Insgesamt rechne der BDI für 2013 mit einem Export-Plus von mindestens drei Prozent.

Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent für 2013 erwartet
tagesschau 20:00 Uhr, 29.01.2013, Gabi Kostorz, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Umdenken in der Steuerpolitik gefordert

Um diesen Erfolg zu sichern, brauche es aber ein Umdenken in der Steuer- sowie in der Energie-, Klima- und Umweltpolitik, forderte Grillo. Derzeit sei die Politik gerade in Haushaltsfragen angesichts des Wahlkampfs trotz sprudelnder Steuereinnahmen in einem "gefährlichen Wettlauf der Ideen unterwegs". Deshalb warnt er davor, dass beispielsweise eine Vermögenssteuer eingeführt werde. Diese würde vor allem Unternehmensvermögen belasten und damit auch dem Arbeitsmarkt schaden.

Grillo lobte den Vorstoß von Bundesumweltminister Peter Altmaier für eine Neujustierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes grundsätzlich. Die Energiewende müsse auch im Interesse der Industrie gelingen - diese dürfe aber nicht zusätzlich belastet werden. Kritik am Altmaier-Vorstoß hatte es unter anderem von SPD und Grünen gegeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Grillo volle Unterstützung bei ihrem Kurs zur Stärkung Europas und zur Verteidigung des Euro zu. "Die deutsche Industrie war, ist und bleibt europäisch", sagte er bei einer BDI-Festveranstaltung.

Darstellung: