Barmer  | Bildquelle: dpa

Barmer/GEK will offenbar mit BKK fusionieren Die große Kasse wird wohl noch größer

Stand: 21.10.2015 11:35 Uhr

Die Barmer/GEK versucht gerade, kostspielige Doppelstrukturen zu beseitigen, die durch die Fusion der beiden Kassen entstanden sind. Da überrascht es, dass sie nun offenbar mit einer weiteren Kasse fusionieren will - der Deutschen BKK.

Von Peter Mücke, NDR, ARD-Hauptstadtstudio

Noch ist die Großfusion nicht in trockenen Tüchern. Doch nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ist bereits eine Absichtserklärung unterschrieben - wenngleich die Barmer dieses dementiert. Noch in dieser Woche sollen die Verwaltungsräte den weiteren Ablauf klären.

Nach einer Fusion mit der Deutschen BKK wäre die Barmer/GEK mit dann mehr als neuneinhalb Millionen Mitgliedern wieder die größte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. Vor einigen Jahren hatte die Techniker Krankenkasse diese Spitzenposition übernommen.

In Kassenkreisen sorgt die Fusion für Verwunderung. Denn die Barmer/GEK befindet sich mitten in einem Restrukturierungsprozess, dem 3500 Stellen zum Opfer fallen. 2010 war die damalige Barmer Ersatzkasse mit der Gmünder Ersatzkasse fusioniert und leidet seitdem unter kostspieligen Doppelstrukturen. Zu diesem Zeitpunkt kommt die Fusion mit der Deutschen BKK, überraschend - einer Kasse, deren finanzielle Lage angespannt ist.

Nach der Fusion wären Barmer/GEK und BKK  die größte Krankenkasse. Zur Zeit hat die Techniker Krankenkasse noch die meisten Versicherten.
galerie

Nach der Fusion wären Barmer/GEK und BKK die größte Krankenkasse. Zur Zeit hat die Techniker Krankenkasse noch die meisten Versicherten.

Beide Kassen haben keine großen Geldreserven

Schon seit längerem soll die Deutsche BKK mit Hauptsitz in Wolfsburg auf der Suche nach Kooperationspartnern gewesen sein. Weitere Brisanz erhält die geplante Fusion dadurch, dass die zweitgrößte Betriebskrankenkasse damit ins Lager der Ersatzkassen wandern würde.

Was die geplante Fusion für die Versicherten der neuen Großkasse bedeutet, ist noch unklar. Beide Kassen verlangen bisher noch keinen überdurchschnittlichen Beitragssatz. Das könnte sich im kommenden Jahr allerdings ändern. Im Gegensatz zu andern Kassen haben Barmer/GEK und Deutsche BKK - 2003 aus den Betriebskrankenkassen von Volkswagen, Telekom und Post hervorgegangen - keine hohen Geldreserven, um den Beitragssatz niedrig zu halten.

Barmer/GEK und Deutsche BKK wollen fusionieren
P. Mücke, ARD Berlin
21.10.2015 02:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. Oktober 2015 um 11:30 Uhr.

Korrespondent

Peter Mücke, NDR Logo NDR

Peter Mücke, NDR

Darstellung: