Logo der italienischen Bank Monte dei Paschi | Bildquelle: REUTERS

Geldhaus Monte dei Paschi Bank braucht noch mehr Kapital

Stand: 26.12.2016 23:12 Uhr

Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi braucht aus Sicht der EZB mehr Geld als zunächst angenommen. Bisher bezifferte die EZB den Kapitalbedarf mit fünf Milliarden Euro, nun kommen nochmals 3,8 Milliarden dazu.

Die italienische Krisen-Bank Monte dei Paschi braucht mehr Geld als bisher angenommen. Davon geht zumindest die Europäische Zentralbank (EZB) aus. Sie bezifferte den Kapitalbedarf des Geldinstitutes mit 8,8 Milliarden Euro. Bislang war die Summe auf fünf Milliarden Euro geschätzt worden. Doch die Finanzlage der Bank habe sich im Zeitraum von Ende November bis zum 21. Dezember nochmals drastisch verschlechtert, hieß es in der Begründung.

Das drittgrößte Bankinstitut Italiens steckt seit Jahren in der Krise - das Haus sitzt auf faulen Krediten in Milliardenhöhe. Im Sommer war ein Rettungsplan für Monte dei Paschi entwickelt worden: Frisches Geld von Investoren besorgen, Stellenabbau, Filialen schließen. Doch der Plan ging nicht auf - vor allem vielen Investoren schien es zu unsicher, ihr Kapital angesichts der schwierigen politischen Lage in Italien in die marode Bank zu stecken. Daher wird Monte dei Paschi die Frist zur Umsetzung des Plans bis zum Ende des Jahres unmöglich einhalten können.

Staatshilfen als letzter Ausweg?

Um den endgültigen Zusammenbruch seines Bankensektors zu verhindern, hatte die italienische Regierung in der vergangenen Woche einen Stabilisierungsfonds abgesegnet - 20 Milliarden Euro sollen bereitgestellt werden, um den Bankhäusern aus der Krise zu helfen, vor allem auch Monte dei Paschi.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnte vor zu schnellen Subventionen von Staatsseite. "Staatliche Gelder sind nur als letztes Mittel vorgesehen, deswegen liegt die Messlatte entsprechend hoch", äußerte sich Weidmann in der "Bild"-Zeitung. Die Bank müsse im Kern wirtschaftlich gesund sein. Das Geld dürfe nicht dazu dienen, bereits absehbare Verluste zu decken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2016 um 02:00, 04:00 und 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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