Logo der italienischen Bank Monte dei Paschi | Bildquelle: REUTERS

Bank Monte dei Paschi Nicht genug Zeit für die Rettung?

Stand: 09.12.2016 17:40 Uhr

Bis Ende 2016 sollte die Krisen-Bank Monte dei Paschi ihren Rettungsplan umsetzen: Sparen und frisches Geld besorgen. Doch die politisch unsichere Lage in Italien erschwert dieses Ziel. Mehr Zeit will die EZB aber offenbar nicht geben.

Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi gerät immer stärker unter Druck. Das drittgrößte Bankinstitut des Landes steckt seit Jahren in der Krise - und bis zum Ende des Jahres sollte es den ihm verordneten Rettungsplan erfüllen. Frisches Geld sollte mithilfe von Investoren zusammenkommen. Doch die Suche nach Geldgebern gestaltet sich in dem von der Finanzkrise gebeutelten Italien als schwierig, und der Rücktritt von Ministerpräsident Matteo Renzi nach dem Scheitern des Verfassungsreferendums verschärft die politische Unsicherheit noch mehr.

Darum hatte die älteste Bank der Welt am Mittwoch die Europäische Zentralbank (EZB) um mehr Zeit gebeten: 20 Tage mehr, bis zum 20. Januar 2017, um die Ziele des Rettungsplans zu erfüllen. Doch die EZB soll die Bitte abgeblockt haben, berichteten italienische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Finanzkreise. Weder die EZB noch Monte dei Paschi haben diese Berichte bislang bestätigt, die Folgen für die Bank waren dennoch dramatisch: Der Aktienkurs an der Mailänder Börse stürzte um mehr als zehn Prozent ab. Mehrfach mussten die Aktien sogar vom Handel ausgesetzt werden.

Investoren sollten fünf Mrd. Euro bereitstellen

Im Sommer war der Fahrplan zur Rettung der Bank aufgestellt worden. Das Haus sitzt auf faulen Krediten in Höhe von 28 Milliarden Euro. Die sollen ausgelagert werden. Außerdem soll beim Personal gespart werden - 2600 Jobs sollen wegfallen und etwa 500 der insgesamt 2000 Filialen geschlossen werden. Das Wichtigste jedoch ist frisches Geld für die Bank. Fünf Milliarden Euro sollten bis Ende des Jahres zusammenkommen. Dafür hatte Bankchef Marco Morelli auch in den USA, in Großbritannien und Frankreich nach Geldgebern gesucht.

Doch die politisch instabile Situation in Italien schreckte potenzielle Investoren ab. Der katarische Investmentfonds Qia etwa, der eigentlich schon zugesagt hatte, eine Milliarde Euro für die Rettung von Monte dei Paschi beizusteuern, zog seine Zusage wieder zurück.

Teilverstaatlichung der Bank?

Doch wie soll es nun weitergehen mit Monte dei Paschi? Laut der Nachrichtenagentur AFP sprach Morelli heute beim Finanzministerium in Rom vor. Details oder Ergebnisse wurden jedoch nicht bekannt. Doch die Rettung durch den Staat ist eine Möglichkeit, die sich auch die Bank weiterhin offen hält, sollte sie mit der Erfüllung des Rettungsplans scheitern. Im Gespräch ist nun offenbar eine Teilverstaatlichung des Instituts, indem das Finanzministerium Anleihen von 40.000 Kleinanlegern aufkaufen und seinen Anteil an der Bank von derzeit vier auf bis zu 40 Prozent steigern soll.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Dezember 2016 um 11:30 Uhr in der Wirtschaft.

Darstellung: