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Mit Tränengas und Gummigeschossen ist die Polizei in Bangladesch gegen protestierende Arbeiter aus der Textilindustrie vorgegangen. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet und mehr als 150 weitere Personen verletzt. Die Arbeiter demonstrierten in der Hauptstadt Dhaka sowie der Hafenstadt Chittagong für höhere Löhne. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 4000 Personen an den Protesten teil. Rund 300 Fabriken mussten vorübergehend schließen.
[Bildunterschrift: Die meisten Textilfabriken in Bangladesch stellen ausschließlich für den Export her. Archivbild ]
In Bangladesch gilt seit November der nach heftigen Protesten angehobene Mindestlohn für Textilarbeiter. Sie erhalten seitdem mindestens 3000 Taka (etwa 34 Euro) im Monat, zuvor waren es 1700 Taka (etwa 19 Euro) gewesen, der niedrigste Industrielohn weltweit.
Arbeitsminister Khandaker Mosharraf Hossain versprach, die Regierung werde Fabrikbesitzer bestrafen, die den Arbeitern nicht mindestens die 3000 Taka zahlen. Er rief die Arbeitgeber auf, Boni zu zahlen. Im Sommer hatten zehntausende Arbeiter teils gewaltsam gegen die niedrigen Löhne protestiert. Unabhängige Gewerkschaften forderten zudem eine Erhöhung auf 5000 Taka.
In Bangladesch arbeiten mindestens 2,5 Millionen Menschen in den Textilfabriken. Wegen der niedrigen Löhne lassen dort auch zahlreiche internationale Bekleidungsfirmen produzieren. Abnehmer im Westen sind etwa der Jeans-Hersteller Levi Strauss und die Ketten Zara, Kik sowie H&M. Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Die Branche ist für 80 Prozent aller Export-Einnahmen verantwortlich, 80 Prozent der Angestellten in den Nähereien sind Frauen.
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