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Der Daimler-Vorstand Rüdiger Grube soll nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee neuer Bahnchef werden. Tiefensee legte seinen Vorschlag dem Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG vor. Danach soll Grube auch Vorstandsvorsitzender der DB Mobility Logistics werden. Damit werde ein deutliches Zeichen gesetzt, "dass die DB AG als integrierter Konzern weitergeführt wird", sagte der Verkehrsminister kurz vor einer Präsidiumssitzung des Bahn-Aufsichtsrats.
Der Bundesverkehrsminister hatte sich gestern mit Grube getroffen und den Bahn-Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Müller informiert. Er habe anschließend Gespräche mit den Spitzen der Bahngewerkschaften geführt. Die Einbindung der Mitarbeitervertretung in die Entscheidungsfindung sei von besonderer Bedeutung vor dem Hintergrund der tiefen Vertrauenskrise im DB-Konzern.
[Bildunterschrift: GDBA-Chef Hommel und Transnet-Chef Kirchner fordern ein klares Bekenntnis zum integrierten Bahnkonzern. ]
Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA deuteten eine mögliche Zustimmung an. Entscheidende Forderungen wie "ein klares Bekenntnis zur integrierten Bahn und damit zum Erhalt des konzernweiten Arbeitsmarktes, der Arbeitsplätze sichert", seien noch nicht erfüllt, teilten Transnet-Chef Alexander Kirchner und GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel mit. Sie kündigten aber für Montag Beratungen ihrer Spitzengremien an. Vorher werde es keine Zustimmung geben. Hommel sagte aber zur möglichen Berufung Grubes: "Ich glaube, er könnte es können." Die Tatsache, dass Grube kein ausgewiesener Bahn-Kenner sei, stehe einer Berufung nicht grundsätzlich im Wege.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bezeichnete Grube als "glänzenden Manager". Er stehe "nicht im Verdacht, die Bahn zu repolitisieren", sagte er dem Hessischen Rundfunk. "Wichtig ist, dass sich beide Parteien auf eine klare Managerpersönlichkeit geeinigt haben."
[Bildunterschrift: Rüdiger Grube soll Hartmut Mehdorn an der Spitze der Bahn nachfolgen. ]
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" hatte Steinmeier den Daimler-Manager als Mehdorn-Nachfolger ins Gespräch gebracht. Der SPD-Kanzlerkandidat habe mit der Erfahrung des 57-jährigen Managers in der Führung eines großen Konzerns argumentiert, hieß es. Als Verwaltungsratschef des europäischen Rüstungskonzerns EADS sei Grube zudem mit den Besonderheiten politisch dominierter Unternehmen vertraut und damit auch für den Job an der Bahnspitze geeignet. Die "Bild"-Zeitung berichtete dagegen, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe den Manager vorgeschlagen.
Grube ist seit 2001 Vorstandsmitglied bei Daimler und leitet den Bereich Konzernentwicklung. Der Manager ist außerdem Vorsitzender des Verwaltungsrats beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Er gilt als Strippenzieher, der lieber im Hintergrund agiert. Mitarbeiter heben seine stets freundliche Art hervor. Bei Daimler war er vor allem dann gefragt, wenn schwierige Projekte umgesetzt werden mussten. Dies betraf die Fusion mit Chrysler ebenso wie die spätere Trennung. Als EADS-Verwaltungsratschef steht er auch im engen Kontakt mit der Bundesregierung und verfügt über politische Beziehungen.
Den bisherigen Bahnchef Hartmut Mehdorn kennt Grube aus der gemeinsamen Zeit beim Luft- und Raumfahrtkonzern Dasa. Zuvor hatte er bereits als Mehdorns Büroleiter bei Airbus gearbeitet. Am Montag hatte Mehdorn seinen Rücktritt als Bahnchef angeboten, nachdem er in der Datenaffäre immer stärker unter Druck geraten war.
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