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Die Deutsche Bahn erhöht ab 14. Dezember ihre Ticketpreise in der zweiten Klasse um durchschnittlich 3,9 Prozent. Als wesentliche Gründe dafür gab Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch gestiegene Energie- und Personalkosten an. Seinen Angaben zufolge steigen die Preise für die BahnCard im Durchschnitt um 3,6 Prozent. Rausch bezeichnete die Verteuerung als "moderat". Ziehe man in Betracht, dass 81 Prozent aller DB-Fahrscheine im Regionalverkehr rabattiert seien, "fällt die Preiserhöhung für den größten Teil unserer Kunden gering aus", sagte Rausch. Im Regionalverkehr verteuern sich die Länder-Tickets zum Fahrplanwechsel um einen Euro und das Schöne-Wochenende-Ticket um zwei Euro.
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Kunden, die am Schalter oder per Telefon Fahrscheine für Fernzüge oder Sparpreis- und Auslands-Fahrkarten kaufen, müssen künftig einen "Bedienzuschlag" in Höhe von 2,50 Euro bezahlen. Das gilt auch für die Sonderangebote im Regionalverkehr, für die bisher einen Bedienzuschlag von zwei Euro galt. Für die Angebote Dauer-Spezial und Europa-Spezial verlangt die Deutsche Bahn ab Dezember einen Bedienzuschlag von fünf Euro. Mit diesen zusätzlichen Einnahmen soll laut Rausch auch der flächendeckende Erhalt von mehr als 400 Reisezentren der Bahn gesichert werden. Behinderte Menschen, die besonders auf den persönlichen Verkauf angewiesen seien, nehme die Bahn von der Zuschlagspflicht aus.
| Preiserhöhung für Bahn-Fahrkarten | |
| Dezember 2008 | 3,9 % |
| Dezember 2007 | 2,9 % |
| Januar 2007 | 5,6 % im Fernverkehr, 3,9 % im Regionalverkehr |
| Dezember 2005 | 2,9 % |
| Dezember 2004 | 3,1 % im Fernverkehr, 3,9 % im Regionalverkehr |
| April 2004 | 3,4 % im Fernverkehr |
| August 2003 | 4,1 % im Regionalverkehr |
[Bildunterschrift: Bahnchef Hartmut Mehdorn steht wegen der Fahrpreiserhöhung in der Kritik. ]
Der Konzern hatte eine Anhebung der Preise zum Jahresende bereits vor zwei Wochen angekündigt, die genaue Höhe jedoch zunächst offengelassen. Zur Begründung hatte Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn auf die milliardenschweren Schulden, gestiegene Energiekosten von fast zwei Milliarden Euro sowie Lohnerhöhungen verwiesen. Außerdem brauche das Unternehmen Geld für Lärmschutz, Umweltmaßnahmen und Bahnhofssanierungen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn und Vertreter verschiedener Parteien kritisierten die Preiserhöhung. Sie werde Kunden abschrecken, die gewillt seien, von anderen Verkehrsmitteln auf die Bahn umzusteigen, sagte der Pro-Bahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann. Die neue Gebühr von 2,50 Euro am Schalter grenze Menschen aus. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnte, viele Kunden könnten nicht gut mit Automaten umgehen oder hätten keinen Internetzugang. Der Verkehrsexperte der Grünen, Winfried Hermann, beklagte eine "gnadenlose Abzocke" der Fahrgäste. "Wer ein gutes Serviceunternehmen sein will, darf seine Kunden nicht dafür bestrafen, persönlich bedient werden zu wollen." Die Partei Die Linke kritisierte, es handele sich "um ein Geschenk an potenzielle Investoren" beim geplanten Bahn-Börsengang.
Vor dem für Herbst geplanten Börsengang hatte die Bahn im ersten Halbjahr 2008 ihren Nettogewinn um 5,4 Prozent auf 915 Millionen Euro gesteigert. Kritiker warfen der Bahn deswegen vor, sich auf Kosten der Kunden für den Börsengang zu polstern. Zuletzt hatte die Bahn im Dezember 2007 die Ticketpreise um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöht.
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