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[Bildunterschrift: Im Regionalverkehr kommen die meisten Züge pünktlich an. ]
Zwischen Januar und August war jeder fünfte Fernzug der Deutschen Bahn AG verspätet. Das geht aus den ersten öffentlichen Pünktlichkeitsdaten hervor, die das Unternehmen im Internet zugänglich macht. Dabei werden erstmals Nah- und Fernverkehr voneinander getrennt.
Im Regionalverkehr, der den Löwenanteil des Bahnbetriebs ausmacht, betrug die Pünktlichkeit laut den vorab veröffentlichten Zahlen 93,5 Prozent, was die Gesamtquote pünktlicher Personenzüge auf 93,2 Prozent erhöht. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er weniger als fünf Minuten und 59 Sekunden Verspätung hat. Legt man die Maßstäbe des Flugverkehrs an, wo die Grenze bei 15:59 Minuten liegt, ergibt sich für den Zugverkehr eine Quote von 98,6 Prozent.
Während der Regionalverkehr in jedem Monat dieses Jahres zu 93 oder mehr Prozent pünktlich war, gab es im Fernverkehr zwei besonders schwache Monate: den Januar mit 77,6 Prozent und den Juni mit 78,5 Prozent. Im Januar sorgte vor allem das Wetter für Probleme, im Juni der Brand in einem Stellwerk in St. Goar südlich von Koblenz, der den Zugverkehr am Rhein stark behinderte.
Die Bahn wertet für ihre Statistik nicht die Ankunft am Zielort der Züge aus, sondern an jeder einzelnen angefahrenen Station im Fernverkehr. Im Nahverkehr ermittelt sie die Pünktlichkeit bislang an einzelnen Knotenpunkten, ab kommenden Jahr soll jeder einzelne Halt einfließen. Die Pünktlichkeit errechnet der Konzern dann aus dem Verhältnis der pünktlich angefahrenen Stationen zur Zahl der Halte insgesamt. Die Daten der Bahn-Konkurrenten, die vor allem viele Strecken im Nahverkehr betreiben, werden nicht erfasst.
[Bildunterschrift: Bahnchef Grube wird für die neue Transparenz gelobt. ]
Die Deutsche Bahn will mit der Pünktlichkeitsstatistik nach eigenen Angaben "offen, ehrlich und transparent" angeben, wie häufig sich ihre Züge verspäten oder ausfallen. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Einführung der Statistik: "Der Kunde erwartet Offenheit. Je ehrlicher ein Unternehmen ist, umso sympathischer wirkt es", sagte Verbandschef Karl Peter Naumann im Hessischen Rundfunk. Bahnchef Rüdiger Grube sei der erste Bahnchef seit langem, der die Fahrgäste anerkenne und auf sie eingehe. Die Allianz pro Schiene wertete die Veröffentlichung als "Schritt hin zu mehr Mündigkeit" für die Fahrgäste.
Grube räumte im Hessischen Rundfunk Versäumnisse bei der Transparenz ein: "Den Kunden interessiert die Pünktlichkeit", sagte er. "Da haben wir in der Vergangenheit 'closed shop' gemacht." Ab jetzt aber lege die Bahn ihre Pünktlichkeitswerte offen auf den Tisch. "Und wenn die Werte einmal nicht gut sein sollten, ist das für uns Aufforderung, besser zu werden. Verstecken müssen wir nichts."
Die Bahn steht seit Jahren in der Kritik von Verbraucherschützern, die ihr vorwerfen, das Ausmaß von Verspätungen und Zugausfällen zu verschweigen, da die Daten bislang nicht öffentlich zugänglich waren.
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