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Wirtschaft
Deutsche Bahn in Katar
Deutsche Bahn baut Schienennetz in Katar auf
Deutsche Bahn baut Netz in Katar auf

Rekordauftrag für Schienenbau in der Wüste

Die Deutsche Bahn hat auf ihrem internationalen Expansionskurs den Zuschlag für den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte erhalten. Konzernchef Rüdiger Grube unterzeichnete in Doha Verträge zum Aufbau eines Schienennetzes für den Personen- und Güterverkehr in Katar. Das Emirat will 17 Milliarden Euro investieren. Vorgesehen sind neben einem 300 Kilometer langen U-Bahn-Netz für die Hauptstadt Doha unter anderem eine 180 Kilometer lange Strecke nach Bahrain, auf der Züge mit bis zu 350 Kilometern pro Stunde fahren sollen, sowie ein Schienennetz von 325 Kilometern für den Güterverkehr.

Das geplante Streckennetz für die Fernbahn in Katar. (Karte: Google Earth) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das geplante Streckennetz für die Fernbahn in Katar.
(Karte: Google Earth) ]
Das geplante Streckennetz für die Stadtbahn in Doha (Quelle der Karte: Google Earth)  Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das geplante Streckennetz für die Stadtbahn in Doha
(Karte: Google Earth) ]
 

Bahn übernimmt 49 Prozent an neuer Gesellschaft

Im Beisein von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und des katarischen Regierungschefs Scheich al Thani besiegelte Grube mit seiner Unterschrift die Gründung der Qatar Railways Developement Company (QRDC). An der neuen Planungsgesellschaft beteiligt sich die Deutsche Bahn mit 49 Prozent. Die Mehrheit von 51 Prozent hält der katarische Staatskonzern Qatari Diar. QRDC wird für den Aufbau des Schienensystems verantwortlich sein und steuert alle Planungs- und Baumaßnamen.

"Dieser Abschluss zeigt: Deutsches Fachwissen und deutsche Technologie im Verkehrsbereich sind weltweit gefragt", sagte Verkehrsminister Ramsauer. Grube zufolge wird der Auftrag dazu beitragen, "Arbeitsplätze auch im Inland zu sichern".

Weitere Milliardenaufträge im Blick

Blick auf die Skyline von Doha (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In Doha sollen vier Metrolinien mit 98 Haltestellen entstehen. ]
Der Konzern verwies darauf, dass er die Beteiligung am Aufbau des katarischen Schienennetzes auch unter strategischen Gesichtspunkten für bedeutsam hält. Denn auf der arabischen Halbinsel könnten Schätzungen zufolge in den kommenden 20 Jahren dreistellige Milliardenbeträge in den Eisenbahnsektor und die Schienensysteme fließen. Ein Erfolg des Projekts in Katar brächte die Deutsche Bahn dabei in eine gute Position.

Allein die Planungskosten für den Aufbau des Netzes in Katar sollen den Angaben zufolge bei 700 Millionen Euro liegen. Für die Infrastruktur sind 14 Milliarden Euro vorgesehen. Hier hoffen auch deutsche Baukonzerne wie Hochtief auf Großaufträge. Als Lieferant für die Züge im Wert von etwa zwei Milliarden Euro käme unter anderem Siemens in Frage. Diese Firmen hatte bereits der frühere Bahnchef Hartmut Mehdorn genannt, der das Projekt über mehrere Jahre vorangetrieben hatte. Die Bahn selbst will den Betrieb der Strecken übernehmen.

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Stand: 22.11.2009 16:41 Uhr
 

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