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Deutschland investiert aus Sicht der Bahnlobby zu wenig in die Schiene und fällt deshalb international zurück. "Wir brauchen jährlich fünf Milliarden Euro Schieneninvestitionen", sagte der Geschäftsführer des Bündnisses Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Die tatsächliche Summe für dieses Jahr liege bei 4,3 Milliarden Euro. Der Allianz gehören Verbände und Gewerkschaften an, unter den Förderern sind die Deutsche Bahn sowie die Bahn- und Bauindustrie.
[Bildunterschrift: Verliert Deutschland den Anschluss? Das befürchtet die Eisenbahnlobby. ]
Die Allianz präsentierte eine gemeinsamen Studie mit der Beratungsfirma SCI zum Schienenverkehr in Europa. Demnach steckt kaum ein anderes europäisches Land so wenig Geld in seine Eisenbahnnetze wie Deutschland. Mit Investitionen von 47 Euro pro Kopf lag die Bundesrepublik im vergangenen Jahr weit abgeschlagen noch hinter Italien (60 Euro pro Bürger). Deutschland drohe, den internationalen Anschluss zu verlieren, kritisierte die Allianz.
Spitzenreiter ist der Untersuchung zufolge die Schweiz, die im vergangenen Jahr 284 Euro je Bürger in ihr Eisenbahnnetz investierte. Österreich folgt mit 205 Euro. In Großbritannien ließ sich die öffentliche Hand die Schienen-Infrastruktur 136 Euro pro Kopf kosten, in den Niederlanden 105 Euro, in Schweden 104 Euro, in Spanien 84 Euro und in Frankreich immerhin noch 80 Euro.
Flege von der Allianz pro Schiene forderte von der künftigen schwarz-gelben Koalition ein Umdenken. "Die mächtige Autoindustrie sorgt hierzulande seit Jahrzehnten dafür, dass die Straßeninfrastruktur stets um ein Vielfaches besser ausgestattet wird als die Schiene", erklärte er. Deutschland müsse mindestens mit Italien gleichziehen und aus Bundesmitteln 60 Euro pro Bürger in die Schieneninfrastruktur stecken.
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