Reisende am Frankfurter Hauptbahnhof | Bildquelle: dpa

Mehr Zugausfälle bei der Bahn 97.000 Züge kamen nie an

Stand: 07.05.2018 09:10 Uhr

Ein Zug verlässt seinen Startbahnhof - kommt aber nie am Ziel an. Bei einem Prozent aller Zugverbindungen der Deutschen Bahn ist das der Fall. Das geht aus einer Anfrage der Grünen hervor.

Die Zahl der Zugausfälle bei der Deutschen Bahn ist im vergangenen Jahr angestiegen. 2017 sei die Zahl der ausgefallenen Züge um 20.000 gegenüber dem Vorjahr auf 140.000 angewachsen, heißt es in der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, berichtet die "Rheinische Post".

In die Pünktlichkeitsstatistik der Bahn werden diese Ausfälle nicht einbezogen. Laut den Regierungsangaben verließen im vergangenen Jahr knapp 97.000 Züge zwar ihren Startbahnhof, kamen aber nie am Zielbahnhof an. Das waren 0,7 Prozent aller geplanten Zugverbindungen.

1155 Weichenstörungen im vergangenen Jahr

Mehr als 40.000 Züge (0,3 Prozent) verließen ihren Startbahnhof erst gar nicht. Auch im laufenden Jahr ist dem Bericht zufolge kaum mit weniger Zugausfällen zu rechnen. Die Zahl der witterungsbedingten Weichenstörungen sei bis zum 23. April 2018 mit 746 bereits auffallend hoch gewesen.

Im vergangenen Jahr kam es zu 1155 Weichenstörungen. Die Bahn habe mitgeteilt, dass der Anteil vollständig oder teilweise auf einem Streckenabschnitt ausgefallener Züge innerhalb der Statistik des Unternehmens von der Grundgesamtheit aller planmäßig verkehrender Züge im Personenverkehr abgezogen werde, zitierte die Zeitung aus der Antwort des Verkehrsministeriums an die Grünen-Fraktion.

Der Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel kritisierte: "Es ist schon ein Hammer, dass ausfallende Züge nicht mehr in der Pünktlichkeitsstatistik auftauchen. Damit ist klar, dass die Zuverlässigkeit im Bahnverkehr noch schlechter ausfällt als ohnehin schon in der Statistik." 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Mai 2018 um 08:45 Uhr.

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