Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz | Bildquelle: dpa

Bisheriger Finanzvorstand Lutz soll Grube als Bahn-Chef beerben

Stand: 13.03.2017 21:30 Uhr

Ende Januar trat Rüdiger Grube überraschend als Bahn-Chef zurück. Nun soll ein Nachfolger gefunden worden sein - in den eigenen Reihen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der bisherige Finanzvorstand Richard Lutz den Posten übernehmen.

Der bisherige Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz soll an die Spitze des Staatskonzerns rücken. Dies berichten mehrere Medien unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Lutz werde bei der Aufsichtsratssitzung in der nächsten Woche zum Nachfolger von Rüdiger Grube ernannt, sagten demnach mehrere mit der Personalie Vertraute. Darauf hätten sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Vize-Kanzler Sigmar Gabriel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verständigt, schreibt das Nachrichtenmagazin "Focus". Die Bahn wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nachdem Grube im Streit um seine Vertragsverlängerung im Januar den Konzern verlassen hatte, führte der 52-jährige Lutz bereits kommissarisch das Unternehmen. Er ist seit 1994 bei der Bahn und seit 2010 Finanzvorstand.

Die Personalie des Bahn-Chefs hat in der Regierung eine zentrale Bedeutung. Entscheidend ist bei der Auswahl das Votum des Kanzleramts. Die SPD, die ebenfalls im Aufsichtsrat vertreten ist, hat dabei allerdings ein Vetorecht. Sie hatte sich gegen Ex-Kanzleramtschef und CDU-Mitglied Ronald Pofalla ausgesprochen. Diesem wurden selbst Ambitionen auf den Chefsessel nachgesagt. Allerdings ist er erst seit Anfang des Jahres Infrastrukturvorstand und damit erstmals für ein Kernressort des Unternehmens zuständig.

Differenzen mit Grube

Ende Januar hatte es bei der Bahn in einer Aufsichtsratssitzung Differenzen über die geplante Verlängerung des Vertrags von Grube gegeben. Dessen Vertrag lief noch bis Dezember. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hatte es geheißen, Grube sei in der Sitzungsvorlage noch eine Vertragsverlängerung um drei Jahre bis Ende 2020 zugesichert worden.

Der Vorstandschef habe dafür auf eine Gehaltserhöhung und auf eine Abfindung im Falle eines vorzeitigen Abgangs verzichtet. In der Sitzung habe man ihm dann aber doch nur zwei weitere Jahre als Vorstandschef geben wollen. Grube, der seit 2009 Bahn-Vorstandschef war, hatte dem Kontrollgremium vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben und war zurückgetreten. Der 65-Jährige hatte den Konzern inmitten einer großangelegten Initiative verlassen, die Qualität, Kundenzahl und Ergebnis der Bahn deutlich verbessern sollte.

Bahn-Finanzchef Richard Lutz auf dem Weg zum neuen Bahnchef
J. Frewel, ARD Berlin
14.03.2017 07:41 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. März 2017 um 22:15 Uhr.

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