Ein ICE auf einem Streckenabschnitt der Verbindung Berlin-München | Bildquelle: dpa

ICE-Trasse Berlin-München 623 Kilometer in unter vier Stunden

Stand: 09.12.2017 00:04 Uhr

Die Bahn hat eine neue "Rennstrecke": Die ICE-Trasse ist zwischen Berlin und München eingeweiht worden. Mit dem Prestigeprojekt will die Bahn eine Alternative zum Flugzeug schaffen - dafür müssen die Kunden ordentlich zahlen. Am Abend gab es jedoch die erste Panne.

In weniger als vier Stunden von Berlin nach München - das ist nun mit der Bahn möglich. Mit zwei Sonderzügen wurde die neue ICE-Trasse eingeweiht, die rund zehn Milliarden Euro gekostet hat. Die Bahn spricht vom "größten Bahnbauprojekt Deutschlands".

Richard Lutz | Bildquelle: dpa
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Zug statt Flugzeug. Bahnchef Lutz hofft auf eine Verdopplung der Passagierzahlen.

Bahnchef Richard Lutz sprach von einem Meilenstein. Die Strecke sei in jeder Hinsicht ein großer Fortschritt, sagte er bei einem Festakt in Nürnberg. Zum ersten Mal gehe es "in weniger als drei Stunden auf der Schiene von Nürnberg nach Berlin". Damit sei die Bahn in "Schlagdistanz mit dem Flieger". Er hofft auf deutlich mehr Fahrgäste: Statt bisher 1,8 Millionen Passagiere pro Jahr sollen künftig bis zu 3,6 Millionen im Zug zwischen den Metropolen unterwegs sein. Täglich gibt es 10.000 Sitzplätze mehr als bisher.

Die Fahrzeit auf den insgesamt 623 Kilometern zwischen Berlin und München sinkt für Fahrgäste im ICE-Sprinter um zwei auf knapp vier Stunden. Mit dem normalen ICE dauert es noch knapp viereinhalb Stunden.

Erste Panne am Premierentag

Einer der beiden Sonderzüge blieb jedoch am Abend auf dem Rückweg nach München liegen. Der ICE habe insgesamt rund eine Stunde gestanden, am späten Abend fuhr er weiter, sagte eine Bahnsprecherin. Grund für die Panne war nach ersten Erkenntnissen eine technische Störung am Fahrzeug. An Bord waren etwa 150 bis 200 Ehrengäste und Journalisten.

Bahn eröffnet neue Schnellstrecke Berlin-München
tagesschau 20:00 Uhr, 08.12.2017, Ole Hilgert, MDR

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BER überholt

Der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann ergänzte mit Blick auf die Entscheidung für das Projekt vor 25 Jahren: "Auch wenn es lange gedauert hat, hat die Bahn es im Schlussspurt geschafft, den Berliner Flughafen zu überholen."

Ein langer Weg

Das vorerst letzte Großprojekt der Bahn hat lange gedauert: Beschluss 1991, Baubeginn 1996 - dann 1999 ein vorübergehender Baustopp durch die rot-grüne Bundesregierung. Aufwändig waren die Bauarbeiten vor allem im Thüringer Wald: Insgesamt baute die Bahn dort 22 Tunnel, die beiden längsten wurden 8,3 sowie 7,4 Kilometer durch den Berg gesprengt.

In den Sonderzügen zur Einweihung fahren drei Ministerpräsidenten, der amtierende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt und Bahnchef Lutz mit. Zum Abschlussfest in Berlin kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Entlang der ausgebauten Strecke sind Festakte an den Hauptbahnhöfen in Nürnberg, Erfurt, Leipzig, Wittenberg und Berlin geplant.

Tickets werden teurer

Alle anderen Passagiere können die neue Strecke ab Sonntag nutzen. Mit dem Fahrplanwechsel wird auch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke in Betrieb genommen. Für die "Rennstrecke" müssen Bahnfahrer deutlich mehr bezahlen als bisher: 150 statt 132 Euro mit dem Flexpreis - ein Plus von 13,6 Prozent.

Zur Eröffnung bemängelt der ökologische Verkehrsclub VCD "eklatante Mängel beim Ausbau der Bahninfrastruktur". Zwar bringe die Eröffnung der Strecke Vorteile, erklärte der VCD, allerdings seien die Regionen unzureichend mitgedacht und gute regionale Verbindungen zur Schnellfahrstrecke außen vor gelassen worden. Für Bahnfahrende aus Jena und der Region um Nürnberg hätte sich die Bahnanbindung ins Fernstreckennetz durch die Neubaustrecke sogar verschlechtert, kritisierte der Verkehrsclub.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Dezember 2017 um 06:23 Uhr.

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