Ein Güterbahnhof bei Mainz | Bildquelle: picture alliance / Boris Roessle

Bahn investiert in Güterverkehr Neue Loks, neue Jobs

Stand: 13.07.2017 19:31 Uhr

Die Konjunktur brummt - aber die Bahn-Frachttochter DB Cargo kann nach ihrem Sanierungskurs die Aufträge nicht bewältigen. Nachdem sich vor allem Kunden aus der Stahlbranche massiv beschwert hatten, hat der Konzern nun wieder Investitionen angekündigt.

Die Deutsche Bahn will wieder in ihre Güterverkehrstochter investieren und korrigiert den geplanten Sanierungskurs. DB Cargo werde in der aktuellen Lage im operativen Geschäft keine Stellen abbauen, sondern vielmehr zusätzliche Arbeitsplätze und Transport-Kapazitäten schaffen, teilte der Staatskonzern nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats von DB Cargo mit. Über Einzelheiten werde man "in Kürze" informieren.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sprach von "mehreren hundert Mitarbeitern", die eingestellt würden. Unternehmenskreisen zufolge sollen bis zu 100 Loks im Gesamtwert von 370 Millionen Euro bei Siemens bestellt werden. Dazu werde ein Auftrag über 4000 Güterwaggons vorbereitet. EVG und Betriebsräte sprachen von einem Erfolg ihres Drucks: Der Kauf von Loks und Waggons sei ein überfälliger Schritt. Auch die Einstellung weiterer Mitarbeiter habe man lange gefordert.

Der Güterbahnhof in Maschen bei Hamburg | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Ein Auftrag über 4000 Güterwaggons soll vorbereitet werden.

Die Bahn erklärte, man wolle jetzt den Rückenwind durch die steigende Nachfrage und die staatliche Förderung des Schienengüterverkehrs nutzen. Die Bundesregierung hat unter anderem eine Senkung der Gebühren für die Schienennutzung beschlossen, was die Branche jährlich um 350 Millionen Euro entlastet. Dies soll wieder mehr Güter auf der Schiene bringen.

Kundenbeschwerden vor allem aus der Stahlbranche

Die Sondersitzung des Aufsichtsrats war nach zahlreichen Kundenbeschwerden vor allem aus der Stahlbranche einberufen worden. Die angeschlagene DB Cargo hat derzeit wegen der brummenden Konjunktur viele Aufträge, kann diese aber nur zum Teil bewältigen. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden internen Papier drohten Kunden mit Abwanderung zur Konkurrenz oder auf die Straße. Betriebsräte und Gewerkschaft zeigten sich alarmiert, da erst im vergangenen Jahr zur Sanierung der Sparte ein Abbau von 2000 der insgesamt rund 18.000 Stellen beschlossen worden war. Laut Konzernkreisen ist dies nun vom Tisch: Es würden unterm Strich allenfalls noch 500 Stellen sein.

Die Gütersparte bereitet der Deutschen Bahn seit Jahren Sorgen. Derzeit richtet der Konzern sie neu aus. Erste Erfolge seien auch schon sichtbar, erklärte er: "Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt in die richtige Richtung, DB Cargo wächst erstmals seit fünf Jahren und stabilisiert seine Marktanteile."

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