Vorbereitungen für die IAA

Automobilmesse IAA in Frankfurt am Main Deutsche Autobauer gegen Google

Stand: 15.09.2015 08:43 Uhr

Die Automesse IAA öffnet heute für die Presse, am Donnerstag ist offizieller Start. Ein Pflichttermin für die deutschen Hersteller, die sich gegen die Konkurrenz von Google mit seinem selbstfahrenden Auto rüsten.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Es hatte ein bisschen was von "Das Imperium schlägt zurück", als Daimler-Chef Dieter Zetsche Anfang des Jahres auf der großen Computer- und Elektronikmesse CES den F015 präsentierte, die Vision eines autonomen Autos der Zukunft. Jahrelang war beim Thema "selbstfahrende Autos" eher von Google und Silicon Valley die Rede als von Daimler und Deutschland.

Doch nun legen Zetsche und seine Ingenieure einen ehrgeizigen Zeitplan vor: "Wir werden in wenigen Jahren - in diesem Jahrzehnt - mit 120 Stundenkilometern autonom fahren können, wir werden völlig autonom das Auto ohne den Fahrer einparken lassen. Diese Dinge werden in diesem Jahrzehnt kommen."

Prototyp F015
galerie

So sieht Daimler die Zukunft: Der F015

Google-Auto ohne Lenkrad

Das aktuelle Google-Auto sieht längst nicht so schick aus wie die Mercedes-Studie - eher wie eine Isetta, die "Knutschkugel" aus den 1950er-Jahren. Dafür sind Googles autonome Autos schon mehr als anderthalb Millionen Kilometer gefahren - mit minimalen Unfällen, bei denen laut Google in jedem Fall entweder ein Mensch am Steuer saß - oder ein anderer Verkehrsteilnehmer schuld war, nie die Selbstfahrtechnik.

Gesteuert wird das Google-Auto per Sprache - ein Lenkrad ist nur jetzt für den Testbetrieb nach kalifornischem Recht vorgeschrieben - später soll es verschwinden, um den Fahrer nicht zu verwirren, erklärt Google-Manager Chris Urmson. Allerdings schweigt sich der Konzern dazu aus, ob und wann so ein Auto tatsächlich auf den Markt kommt.

Ein Prototyp von Googles selbstfahrendem Zweisitzer.
galerie

Ein Prototyp von Googles selbstfahrendem Zweisitzer

Deutsche Vision: Fahren mit Autopilot

Das autonome Auto könnte das nächste große Ding werden - jedenfalls wird im Silicon Valley an verschiedenen Stellen eifrig daran gearbeitet: Programmierer schreiben Software, Satellitenfirmen liefern hochauflösende Fotos und Kartendaten, Hardware-Ingenieure tüfteln an blitzschnellen Kameras und Sensoren, mit denen die Autos ihre Umgebung wahrnehmen.

Auch verschiedene deutsche Autobauer haben eigene Labors im Valley, Volkswagen schon seit 1998. Doch hier soll der Fahrer weiter die Verantwortung tragen. Jörg Schlinkheider von Audi vergleicht das System mit einem Autopiloten im Flugzeug: "Unser ganzes System ist darauf ausgerichtet, dass wir ein sicheres Handover machen könne, von der pilotierten Fahrt in die manuelle Fahrt und auch natürlich zurück. Und wenn der Fahrer nicht reagiert, dann sind wir auch in der Lage, ein Nothaltemanöver einzuleiten."

In den nächsten drei bis fünf Jahren soll die Technik marktreif sein, verspricht Audi. Es sieht aus, als wollten die deutschen Firmen das Thema "Auto der Zukunft" nicht einfach kampflos an Google und Co. abtreten.

Zum Beginn der IAA: Selbstfahrende Autos in den USA
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
15.09.2015 08:30 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: