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Deutschland hat einer Studie zufolge seinen Platz als weltweit führender Standort der Autoindustrie behauptet. In Sachen Innovationskraft, Produktqualität und Produktivität sei die Bundesrepublik spitze, teilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young mit. Bei der repräsentativen Befragung von mehr als 300 Managern der europäischen Autobranche blieb der Standort Deutschland nur hinsichtlich der Produktionskosten hinter der Konkurrenz aus China und Indien zurück. Mehr als die Hälfte der Befragten räumte Deutschland zugleich die größten Chancen ein, sich zum weltweit führenden Anbieter von Elektroautos zu entwickeln.
[Bildunterschrift: Im ersten Halbjahr 2011 wurden in Deutschland 1275 Elektroautos neu zugelassen. ]
Der Studie zufolge erwarten die Unternehmen, dass Elektrofahrzeuge 2022 den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Die Mehrheit der Automanager glaubt demnach auch, dass Elektroautos zunächst in Europa große Verkaufserfolge erzielen werden. Dass die deutschen Firmen laut der Studie dabei als künftige Marktführer gesehen werden, ist angesichts der bisherigen Entwicklung überraschend. In den USA fährt bereits der Chevrolet Volt auf den Straßen. Auch in Japan werden Elektrofahrzeuge bereits serienmäßig hergestellt. Darin sehen die Manager offenbar keinen Nachteil für Deutschland.
"Deutsche Hersteller und Zulieferer investieren bereits Milliardensummen in die Entwicklung alternativer Antriebe", sagte Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young. Allerdings fordert fast die Hälfte der Manager staatliche Unterstützung für die Einführung von Elektroautos. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen 2020 mehr als eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen. Derzeit sind es erst einige Tausend. Im ersten Halbjahr 2011 wurden lediglich 1275 Autos mit Elektroantrieb in Deutschland neu zugelassen.
Als Schlüssel zum Erfolg sieht Fuß bei der weiteren Entwicklung Marken wie Mercedes Benz, Audi und BMW. "Wer im margenstarken Premiumsegment führt, kann wegweisende Innovationen einführen und sie sich auch bezahlen lassen", sagt Fuß. Anschließend könne die Technik kostengünstig auch in kleineren Fahrzeugen eingesetzt werden. Bisher bremsen vor allem die geringen Reichweiten infolge der Speicherkapazität der Batterien und hohe Preise den Erfolg der Elektrofahrzeuge.
Auch wenn es Anzeichen dafür gibt, dass die Verkaufszahlen der Hersteller nach den jüngsten Rekordmarken allmählich wieder sinken, blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Mehr als 70 Prozent der Manager erwarten in den kommenden zwölf Monaten nochmals bessere Geschäfte. Vor allem bei den Absätzen in China rechnen die Manager mit deutlichen Steigerungsraten.
| Platz | Innovationskraft | Produktqualität | Produktionskosten | Produktivität |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Deutschland | Deutschland | China | Deutschland |
| 2. | Japan | Frankreich | Indien | Japan |
| 3. | China | Japan | Deutschland | China |
| 4. | Frankreich | USA | Frankreich | Frankreich |
| 5. | USA | Großbritannien | Japan | USA |
| 6. | Großbritannien | Schweden | Großbritannien | Südkorea |
| 7. | Indien | Spanien | Slowakei | Indien |
| 8. | Südkorea | Südkorea | Polen | Großbritannien |
| 9. | Schweden | Italien | USA | Schweden |
| 10. | Italien | China | Tschechien | Spanien |
Quelle: Ernst & Young ("European Automotive Survey 2011")
Für die Studie im Auftrag von Ernst & Young befragte das Marktforschungsinstitut Valid Research 307 europäische Unternehmen der Automobilindustrie, darunter 79 aus Deutschland. Von den befragten Firmen waren zwölf Prozent Autohersteller und 88 Prozent Zulieferer.
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