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30.05.2012

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Wirtschaft
Auto Expo: Indischer Markt lockt deutsche Autohersteller
Auto Expo in Neu-Delhi

Indischer Markt lockt deutsche Autohersteller

Erst neun von 1000 Indern besitzen ein Auto. Aber die Zahl derjenigen, die sich eines leisten können, steigt beständig. Ein gigantischer Absatzmarkt - verlockend auch für die deutschen Hersteller. Auf der Messe "Auto Expo" in Neu-Delhi spielen sie eine wichtige Rolle.

Von Jürgen Webermann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Verstopfte Straßen, lange Staus, Parkplatzchaos in den großen Innenstädten wie Neu-Delhi, Mumbai oder Kalkutta – eigentlich droht Indien jeden Tag aufs Neue der Verkehrskollaps. Aber das scheint niemanden vom Kauf eines eigenen Autos abzuhalten. Wenn Inder zu Geld kommen, dauert es nicht lange, und sie stehen im Autohaus. Und dennoch: Erst neun von 1000 Bürgern besitzen ein eigenes Auto. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 600 von 1000.

Tata Nano (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Verkaufsschlager in Indien: Der Kleinwagen Tata Nano ist auch das billigste Auto der Welt. ]
Indien bietet also noch ein gigantisches Potenzial für Autohersteller. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung ist gerade erst der elftgrößte Automarkt weltweit. Tendenz steigend. Allein im Herbst 2009, nach einem kleinen Einbruch zuvor, stand vor den Verkaufszahlen wieder ein Plus von zwölf Prozent. Entsprechend selbstbewusst gibt sich der Cheforganisator der indischen "Auto Expo", Rajiv Kaul: "Der Markt wächst und wächst. Auch wenn die Zahl derjenigen, die sich ein Auto leisten können, immer noch klein ist. Aber in absoluten Zahlen wächst der Markt wieder ziemlich schnell."

Indische Marken vorn

Vor allem die beiden indischen Marken, Maruti Suzuki und Tata, dominieren Indiens Straßen. Zusammen verkaufen die beiden Konzerne beinahe eine Million Autos. Maruti Suzuki gilt als klarer Marktführer.

Doch nach und nach entdecken auch deutsche Hersteller Indien. Zuletzt eröffnete Volkswagen ein Werk im Produktionszentrum in Pune - nach jahrelangem Zögern. VW will hier zunächst das Modell Polo bauen, zugeschnitten auf den indischen Markt. Hier geht es vor allem um Kleinwagen, denn sie sind der Einstieg für die meisten Inder.

Potenzial für ausländische Marken

Jayant Davar, Chef des Verbandes der Automobilzulieferer in Indien, verwundert allenfalls, dass VW erst 2009 mit der Produktion begonnen hat: "Volkswagen hat in China großartig gearbeitet, dort waren sie die Ersten. Das ist ihnen in Indien nicht gelungen, den Vorteil haben sie hier nicht. Aber mit ihren großen Investitionen haben sie für Indien als Produktionsstandort ganz klar Stellung bezogen."

VW wolle offenbar mit Maruti Suzuki ein neues Billigmodell entwickeln, hieß es zuletzt in Medienberichten. Möglich machen würde das der Einstieg von Volkswagen bei Suzuki im Spätherbst.

Deutschlands wichtiges Ausstellerland

Der Volkswagen-Konzern hatte vor wenigen Jahren mit seinen Marken Skoda und Audi bereits erste Produktionslinien in Indien aufgebaut. Pionier war jedoch Daimler, seit den 90er Jahren engagiert sich das Unternehmen auf dem Subkontinent.

Das Autoland Deutschland spielt auf der Auto Expo in Neu-Delhi eine bedeutende Rolle. "Der deutsche Pavillon ist dieses Jahr noch einmal um 20 Prozent größer als vergangenes Jahr. Wenn man Zulieferer und Hersteller zusammen nimmt, ist Deutschland das zweitwichtigste Ausstellerland auf unserer Expo – nach Indien selbst", sagt Jayant Davar. 

Durch die enormen Wachstumsraten in Indien wird auch die Auto Expo immer bedeutender für die großen Konzerne. Bereits vor einem Jahr hatte die Ausstellung weltweit für Schlagzeilen gesorgt: Damals präsentierte der heimische Hersteller Tata seinen Nano – das billigste Auto der Welt, zu haben für 1700 Euro. Wie gemacht für den indischen Markt.

Stand: 04.01.2010 15:33 Uhr
 

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