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30.05.2012

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Wirtschaft
DGB sieht große Mängel bei Berufsausbildung
Studie des Gewerkschaftsbundes

DGB sieht große Mängel bei Berufsausbildung

Köche in einer Ausbildungsküche (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Besonders in der Gastronomie gehören Überstunden zum Alltag. ]
Die Qualität der Berufsausbildung in deutschen Betrieben hat sich im vergangenen Ausbildungsjahr nicht verbessert. Das ist das Ergebnis des Ausbildungsreports 2011, den der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin vorgestellt hat.

Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe hat sich laut dem Bericht wenig verändert. Die besten Beurteilungen für die Qualität der eigenen Ausbildung gab es erneut von angehenden Bank- und Industriekaufleuten sowie Mechatronikern. Auf den letzten drei Rängen sind wie im Vorjahr die Ausbildungsgänge für Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Restaurant- und Hotelfachleute sowie Ausbildungen im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Acht bis neun Überstunden pro Woche

Die für die Studie befragten Auszubildenden klagten unter anderem über regelmäßig anfallende Überstunden, für die es teilweise weder eine Vergütung noch einen Freizeitausgleich gebe, sagte DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf. Zudem herrsche in einigen Branchen bei Lehrlingen das Gefühl vor, als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden.

DGB Ausbildungsreport 2011 Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: DGB Ausbildungsreport 2011 ]

So müssten zwei Drittel der Auszubildenden in der Hotel- und Gastronomiebranche durchschnittlich acht bis neun Stunden pro Woche zusätzlich arbeiten. Gleichzeitig herrsche häufig ein rauer Umgangston bei oft schlechter Betreuung durch die Ausbilder, so Rudolf.

Zudem gibt es laut dem Bericht nach wie vor deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausbildung. Frauen bekommen demnach in den von ihnen bevorzugen Berufen weniger Geld und Urlaub, müssen öfter Überstunden leisten und erhalten gleichzeitig einen schlechteren Überstundenausgleich. Dies spiegelt auch der Ausbildungsreport wieder: Azubis in den weiblich dominierten Berufen sind weniger zufrieden mit ihrer Ausbildung als Azubis in den männlich dominierten Ausbildungsgängen.

Zwei Drittel der Befragten noch ohne Jobzusage

Sehr problematisch für die Auszubildenden sei auch die oft ungeklärte Übernahmesituation. Zum Zeitpunkt der Befragung wussten zwei von drei der Befragten (65,9 Prozent) aus allen Lehrjahren noch nicht, ob sie am Ende der Ausbildung übernommen werden. Lediglich ein knappes Viertel (24,3 Prozent) der Befragten hatte bereits eine Zusage erhalten.

In dem Ausbildungsreport wird die Qualität der Ausbildung anhand verschiedener Kriterien untersucht, wie zum Beispiel den Arbeitszeiten, der Vergütung und der fachliche Anleitung. Der Ausbildungsreport des DGB erscheint jährlich. Für die repräsentative Befragung wurden in diesem Jahr 9.325 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 25 häufigsten Ausbildungsberufen befragt.

Stand: 14.09.2011 13:07 Uhr
 

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