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Neue Betrugsvorwürfe US-Kanzlei reicht Sammelklage gegen Audi ein

Stand: 10.11.2016 00:25 Uhr

Die Volkswagen-Tochter Audi bekommt wegen neuer Vorwürfe im Abgas-Skandal noch mehr rechtlichen Ärger in den USA: Wegen angeblicher Manipulation von Emissionswerten bei Benzinern mit 3,0-Liter-Motoren hat eine US-Anwaltskanzlei eine Sammelklage gegen Audi eingereicht.

Nach Berichten über eine neue Betrugssoftware bei Audi hat eine US-Anwaltskanzlei eine Sammelklage gegen den deutschen Autobauer eingereicht. Mit der bereits am Dienstag eingereichten Klage würden Entschädigungszahlungen und eine Korrektur der überhöhten Kaufpreise für die Luxusautos gefordert, teilte die Kanzlei Hagens Berman nun in Seattle mit.

Die neu entdeckte Betrugssoftware unterscheidet sich von der im vergangenen Jahr entdeckten Software. VW hatte im September 2015 nach Ermittlungen von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese sorgte bei Abgastests für einen geringeren Ausstoß von Stickoxiden.

"Schamlose Missachtung von Umweltvorschriften"

Die jetzt von der kalifornischen Umweltbehörde CARB bei einem Audi mit Benzinmotor und Automatikgetriebe entdeckte weitere illegale Softwarefunktion soll hingegen den CO2-Wert im Testbetrieb senken. "Diese Art der schamlosen Missachtung von Umweltvorschriften der Bundesbehörden und der Verbrauchererwartungen ist inakzeptabel", erklärte die US-Kanzlei. Betroffen sollen Benziner mit 3,0-Liter-Motoren sein - darunter die Modelle A6, A8, Q5 sowie wahrscheinlich auch Q7 und möglicherweise noch weitere Audi mit Automatikgetriebe.

Verbraucher hätten sehr hohe Preise für angeblich umweltfreundliche, den Vorschriften entsprechende Luxusautos bezahlt, stattdessen aber "unerlaubt umweltschädliche Autos und leere Versprechungen" bekommen.

Die "Bild am Sonntag" hatte am Wochenende berichtet, der Ingolstädter Autobauer habe die Software auch für Dieselautos und Benziner in Europa verwendet. Betroffen seien leistungsstarke Audi-Modelle mit dem Stufenautomatik-Getriebe mit der internen Bezeichnung AL 551. Die kalifornische Umweltbehörde wollte sich wegen laufender Ermittlungen nicht zu den Berichten äußern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. November 2016 um 03:00 Uhr

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