Audi A 6 und A7 | Bildquelle: picture alliance / Daniel Kalker

Diesel-Skandal 60.000 Audis müssen in die Werkstatt

Stand: 06.06.2018 14:50 Uhr

Das Kraftfahrtbundesamt ordnet einen verpflichtenden Rückruf für zwei weitere Audi-Modelle an: Nach Informationen von BR und "Spiegel" sind darin unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut.

Von Arne Meyer-Fünffinger, BR

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat für zwei weitere Audi-Diesel-Modelle einen verpflichtenden Rückruf angeordnet. Nach Informationen von BR Recherche und dem "Spiegel" fand die Behörde bei den Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen.

Es geht um die Modelle A6 und A7 mit jeweils einem 3.0 Liter-Diesel-Motor der Schadstoffklasse Euro 6. Darin habe das Kraftfahrtbundesamt unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt, teilte das Bundesverkehrsministerium mit:

"Aufgrund der unzulässigen Abschalteinrichtungen kann es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen. Dem Hersteller wurde aufgegeben, diese Abschalteinrichtungen aus den betroffenen Fahrzeugen nach der Freigabe des Maßnahmenpakets durch das KBA zu entfernen."

Der entsprechende Bescheid, mit dem die Behörde diesen Rückruf angeordnet hat, sei Audi am Montag zugegangen.

Mehr als die Hälfte der betroffenen Autos in Deutschland

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums sind von dem jüngsten KBA-Rückruf weltweit 60.000 Diesel-Fahrzeuge betroffen, davon 33.000 in Deutschland. Audi hat die Auslieferungen dieser A6- und A7-Modellvarianten nach eigenen Angaben bereits gestoppt.

In einer Pressemitteilung vom 8. Mai heißt es: "Audi hat im Rahmen der internen Aufklärung zum Diesel Auffälligkeiten in der Steuerungssoftware bei V6-Dieselmotoren der Gen2 evo (200 kW) festgestellt, die in Fahrzeugen der Modelle A6 und A7 der im Auslauf befindlichen Generation C7 eingebaut sind. Dies wurde dem Kraftfahrtbundesamt mitgeteilt."

Daimler-Chef Zetsche muss kommende Woche zum Rapport

Für den Konzern ist es nicht der erste verpflichtende Rückruf im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal in diesem Jahr. Am 23. Januar hatte das Kraftfahrtbundesamt für weltweit 127.000 verschiedene Audi-Diesel-Modelle - 77.600 davon in Deutschland - eine entsprechende Maßnahme verfügt.

Die Behörde hatte nach eigenen Angaben in den Modellen A4, A5, A6, A7, A8, Q5 und Q7 mit 3.0-Liter-Euro-6-Motor unzulässige Abschalteinrichtungen nachgewiesen und den Konzern aufgefordert, "die Vorschriftsmäßigkeit der produzierten Fahrzeuge wiederherzustellen."

Im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal war zuletzt auch Daimler in die Schlagzeilen geraten. Nachdem das Kraftfahrtbundesamt am 25. Mai in einer Modellvariante des Kleintransporters Vito nachgewiesen und einen Rückruf von weltweit fast 5000 Fahrzeugen angeordnete hatte, musste Konzernchef Dieter Zetsche kurz darauf in einem persönlichen Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Sachverhalt erklären.

Nach Informationen von BR Recherche ist für den 11. Juni ein weiterer Gesprächstermin vereinbart. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Zetsche wird dem CSU-Politiker dann erste Lösungsvorschläge präsentieren müssen, wie Daimler das Problem beim Vito und möglicherweise auch bei anderen Modellen in den Griff bekommen will.

KBA ordnet weiteren Audi-Rückruf an
Arne Meyer-Fünffinger, ARD Berlin
06.06.2018 14:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete BR24 am 06. Juni 2018 um 13:07 Uhr.

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