Audi-Slogan: "Vorsprung durch Technik" | Bildquelle: AFP

Dieselgate-Razzia bei Audi Vorsprung durch "Betrugstechnik"?

Stand: 15.03.2017 18:54 Uhr

Dieselgate trifft nun auch die VW-Tochter Audi: Kurz vor Präsentation der Jahreszahlen des Autobauers rückten Ermittler zu Razzien an mehreren Audi-Standorten und bei VW in Wolfsburg an. Der Verdacht: Betrug und strafbare Werbung.

So richtig rund lief es für Audi heute nicht: Ein Streit mit Vertragshändlern in China macht dem Unternehmen weiter zu schaffen. Deswegen sind die Auslieferungen der VW-Tochter im Februar insgesamt geschrumpft. Vor allem aber die Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft haben die Audi-Jahrespräsentation eingetrübt. "Trotz der Tagesaktualität würde ich mir wünschen, dass wir uns auf das abgeschlossene Geschäftsjahr konzentrieren", sagte Audi-Chef Rupert Stadler zu Beginn.

Kurz zuvor hatte ein Unternehmenssprecher bestätigt, dass die Staatsanwaltschaften München und Stuttgart am Standort Ingolstadt und Neckarsulm Büros durchsuchten.

Staatsanwaltschaft München eröffnet Ermittlungsverfahren gegen Audi
tagesthemen 22:15 Uhr, 15.03.2017, Jens Kuhn/Christine Adelhardt, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Staatsanwaltschaft München II teilte ihrerseits mit: "Im Rahmen der Ermittlungen werden heute durch mehrere Staatsanwälte und Beamte der Landeskriminalämter Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München an Standorten der Audi AG sowie an sieben weiteren Orten vollzogen."

Auch die Wolfsburger VW-Zentrale bekam Besuch von den Ermittlern. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wurden auch Privatwohnungen durchsucht - offenbar aber nicht die von Stadler selbst.

Audi-Chef Rupert Stadler | Bildquelle: AFP
galerie

Audi-Chef Rupert Stadler ging auf der Pressekonferenz nicht auf die "Diesel-Thematik" ein.

Es geht um den US-Markt

Gegenstand der Ermittlungen sei der Verkauf von rund 80.000 Autos, die mit von Audi entwickelten V6-Drei-Liter-Dieselmotoren ausgestattet sind, in den USA im Zeitraum von 2009 bis 2015, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. "Es besteht der Verdacht, dass in diese Kraftfahrzeuge technische Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut wurden, um die US-amerikanischen Abgasgrenzwerte einzuhalten, und die Käufer diesbezüglich nicht informiert wurden."

Außerdem werde geprüft, ob Audi im Zusammenhang mit dem Verkauf in den USA "strafbare Werbung" betrieben habe. Audi´s Slogan lautet: "Vorsprung durch Technik".

Absatzgeschäfte auf dem europäischen Markt seien dagegen nicht Gegenstand der Ermittlungen, da nach den bislang vorliegenden Auskünften des Kraftfahrt-Bundesamtes keine unzulässige Beeinflussung von Abgaswerten festgestellt werden könne.

Mit den Durchsuchungen solle insbesondere geklärt werden, wer "an der Verwendung der maßgeblichen Technik" und gegebenenfalls "an unrichtigen Angaben gegenüber Dritten beteiligt" gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Die Ermittlungen in München richten sich bisher gegen keine bestimmte Person. Nach NDR-Recherchen soll Stephan Knirsch, der ehemalige Audi Entwicklungschef, bereits 2014 von den Manipulationen erfahren haben. VW- und Audi-Ingenieure sollen sich in Emails darüber ausgetauscht haben, welche Risiken mit dem Betrug einhergehen. Der Motorenchef aus Wolfsburg habe dazu dann mit Audi-Manager Knirsch telefoniert. Audi wollte wegen der laufenden Ermittlungen dazu keine Stellung nehmen.

"Wir bleiben dran!"

"Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden, da wir selbst großes Interesse an der Aufklärung des Sachverhalts haben", erklärte der Audi-Sprecher.

Stadler sagte auf der Jahrespressekonferenz: "Der Weg des Aufarbeitens ist noch lange nicht abgeschossen." Er versicherte: "Wir bleiben dran!" Das ganze Unternehmen leide darunter, "wie uns das Thema Diesel in Misskredit gebracht hat".

Milliarden-Rückstellungen für Dieselgate

Die Diesel-Verfahren hatten die VW-Konzerntochter Audi im vergangenen Jahr 1,63 Milliarden Euro gekostet. Für das laufende Jahr sehe er aber derzeit keine Notwendigkeit für weitere Rückstellungen, sagte Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek.

Über dieses Thema berichteten am 15. März 2017 die Tagesschau um 12:00 Uhr und Tagesschau24 um 15:00 Uhr.

Darstellung: