Eine Ampel steht am vor der Firmenzentrale von Audi auf Rot. | Bildquelle: dpa

Abgasaffäre Audi erneut im Visier der Ermittler

Stand: 06.02.2018 16:31 Uhr

Im Zuge der Ermittlungen zur Dieselaffäre hat die Staatsanwaltschaft erneut Standorte des Autobauers Audi durchsucht: die Zentrale in Ingolstadt und das Werk in Neckarsulm. Der Vorwurf: Betrug.

Seit einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen den Autobauer Audi wegen Betrugs und strafbarer Werbung. Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden erneut Standorte des Konzerns durchsucht: In der Audi-Zentrale in Ingolstadt, in dem Werk im baden-württembergischen Neckarsulm und in einer Privatwohnung eines Mitarbeiters fanden Razzien statt.

18 Staatsanwälte und mehrere Beamte des bayerischen und baden-württembergischen Landeskriminalamts waren an den Durchsuchungen beteiligt. Am Morgen hatten "SZ", NDR und WDR über die Razzien berichtet. Audi hatte die Durchsuchungen daraufhin bestätigt und betont, das Unternehmen werde mit den Behörden kooperieren.

Im Fokus der Ermittler stand laut Staatsanwaltschaft auch der Einsatz von technischen Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten in V6-3-Liter-Dieselmotoren, die für den europäischen Markt bestimmt waren. Die Staatsanwaltschaft geht nach jetzigem Kenntnisstand von mindestens 14 Beschuldigten bei Audi aus, die an der sogenannten Dieselaffäre beteiligt gewesen sein könnten.

Es geht um mehr als 200.000 Autos

Es ist bereits die zweite Razzia innerhalb einer Woche. Vergangenen Mittwoch waren die Wohnungen heutiger oder früherer Audi-Motorentechniker durchsucht worden. Die Strafverfolger ermitteln wegen des Verdachts, Audi habe mehr als 200.000 Dieselautos für den europäischen und den amerikanischen Markt manipuliert. Der Autohersteller soll betrogen haben, indem er schmutzige Diesel als vermeintlich sauber verkauft habe.

In einer spektakulären Aktion hatte die Staatsanwaltschaft München am 15. März 2017 während der Jahres-Pressekonferenz von Audi-Chef Rupert Stadler in Ingolstadt die Konzernzentrale durchsucht. Neben dem Ermittlungsverfahren führt die Staatsanwaltschaft auch ein Bußgeldverfahren gegen noch unbekannte Audi-Vorstände und gegen das Unternehmen.

Der Audi-Mutterkonzern Volkswagen hatte zuvor bei den US-Behörden nicht nur eigene Verfehlungen eingeräumt, sondern auch zugegeben, das auch Audi an der Täuschung von US-Behörden und dortigen Verbrauchern mitgewirkt habe.

Mit Informationen von Peter Hornung, NDR

Razzia bei Audi im Rahmen von Abgasaffäre
Peter Hornung, NDR
06.02.2018 17:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 06. Februar 2018 Inforadio um 09:40 Uhr und tagesschau24 um 11:30 Uhr.

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