AT&T-Logo an einem Haus | Bildquelle: dpa

AT&T und Time Warner US-Regierung geht gegen Fusion vor

Stand: 13.07.2018 03:11 Uhr

Vor gut vier Wochen hatte ein Bundesrichter die Megafusion von AT&T und Time Warner abgesegnet - gegen Bedenken der US-Regierung. Die will nicht aufgeben und hat nun Berufung gegen das Urteil angekündigt.

Der Streit über den Kauf der CNN-Mutter Time Warner durch den Telekomkonzern AT&T geht in eine neue Runde: Das US-Justizministerium hat Berufung gegen das Gerichtsurteil über die Fusion der beiden Unternehmen angekündigt. Es werde gegen die Entscheidung des Richters Richard Leon von Mitte Juni vorgehen, teilte das Ministerium in einer Ein-Satz-Erklärung mit.

Leon hatte die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner in Höhe von 85 Milliarden US-Dollar durch den Telekommunikationsriesen AT&T ohne große Auflagen genehmigt. Der Zusammenschluss erfolgte vor vier Wochen.

AT&T wollte in bar und in eigenen Aktien bezahlen. Damit wurde die Übernahme zu einer der bislang größten in der Unterhaltungs- und Medienbranche der USA.

Wettbewerb werde geschwächt

Die Fusion, für die AT&T fast zwei Jahre lange gekämpft hat, dürfte Konsequenzen für das Fernsehprogramm von Millionen Amerikanern haben. Kartellanwälte des Justizministeriums hatten bereits vor Leons Spruch gegen die Fusion argumentiert. Sie erklärten, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb schwächen und höhere Preise für Kunden bewirken. Der Richter hingegen erklärte im Juni, die Beweise dafür seien zu "dünn, als dass sich dieses Gericht hätte darauf verlassen können".

Das Urteil erlaubte AT&T, den Besitzer des Nachrichtensenders CNN, des Pay-TV-Senders HBO ("Game of Thrones") und des weltbekannten Warner Bros. Filmstudios zu schlucken. Zugleich stellt der Telekommunikationsriese Millionen Nutzern in den USA einen Internetzugang zur Verfügung.

AT&T hatte die Fusion als notwendig in Zeiten bezeichnet, in denen sich immer mehr Kunden Videos auf Smartphones und Tablet-Computern anschauen und weniger Interesse an traditionellen Liveshows vorm Fernsehbildschirm haben.

AT&T überrascht von Berufung

Ursprünglich hatte das Justizministerium nach dem Richterspruch signalisiert, keine weiteren Einwände gegen die Fusion erheben zu wollen. Nun will die Behörde vor die nächsthöhere Instanz ziehen, den Bundesberufungsgerichtshof für den District of Columbia.

AT&T reagierte mit der Ansage, den Richterspruch in der Berufung verteidigen zu wollen. Rechtsberater David McAtee sagte, der Konzern sei von der Entscheidung des Justizministeriums unter diesen Umständen überrascht worden - Leons Urteil zugunsten der Fusion im Juni hätte nicht klarer oder besser begründet seien können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juli 2018 um 06:00 Uhr.

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