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18.03.2010

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Wirtschaft
Weltbank: Zahl der Armen geht weltweit stark zurück
Weltbank sieht weltweit Fortschritte

Zahl der Armen geht stark zurück

Straßenkinder in Bangladesch (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Auch wenn es, wie hier in Bangladesch, noch viele Arme gibt, hat sich die Lage in Asien deutlich verbessert. ]
Die Zahl der in Armut lebenden Menschen ist nach den Erhebungen der Weltbank in den vergangenen 25 Jahren stark zurückgegangen. Jedoch fallen die Erfolge in der Armutsbekämpfung regional sehr unterschiedlich aus: Während in anderen Regionen spürbare Verbesserungen zu verzeichnen sind, stellt sich die Lage im südlichen Afrika dramatisch dar, wie aus einer Weltbank-Studie hervorgeht.

Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen ging danach zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen auf 1,4 Milliarden zurück - das ist ein Viertel der Weltbevölkerung. Während 1981 noch 52 Prozent der Menschen in den Entwicklungsländern in Armut lebten, seien es 2005 nur noch 26 Prozent gewesen.

Weltbank: Milleniumsziel erreichbar

Neue Daten wiesen darauf hin, dass das Millenniums-Ziel, die Zahl der Armen von 1990 bis 2015 zu halbieren, voraussichtlich erfüllt werden könne, sagte Weltbank-Chefökonom Justin Lin. Seit 1981 habe sich die Zahl der Armen jährlich um einen Prozentpunkt verringert. Dennoch gehe die Armut weltweit langsamer zurück als erhofft.

Nehme die Armut weiter im gleichen Tempo ab wie bisher, würden im Jahr 2015 immer noch eine Milliarde Menschen von weniger als 1,25 Dollar (85 Euro-Cent) am Tag leben, betonte Lin. Wichtige Faktoren im Kampf gegen die Armut sind laut Lin das Wirtschaftswachstum, der Zugang zu geregelter Arbeit, Bildung und Gesundheit.

Weiter keine Fortschritte im südlichen Afrika

Junge in einem Slum von Nairobi (Foto: EPA) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In südlichen Afrika lebt weiterhin die Hälfte der Menschen unter der Armutsgrenze. ]
Das südliche Afrika ist die einzige große Weltregion, in der es im Kampf gegen die Armut quasi keine Fortschritte gab. 1981 lebten laut Weltbank 51 Prozent der Menschen in der Region unterhalb der Armutsgrenze. Bis 1996 stieg ihr Anteil an der Bevölkerung auf 58, bis 2005 ging er wieder auf 50 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die absolute Zahl der Armen im südlichen Afrika stark an, sie wuchs von 200 Millionen auf 380 Millionen. Außerdem verfügen die Armen in Afrika über besonders wenig Geld: 2005 standen ihnen statistisch im Schnitt rund 70 US-Cent (48 Euro-Cent) pro Tag zur Verfügung.

Arme in Südostasien nun in der Minderheit

Besonders stark ging die Zahl der Armen dagegen in Südostasien zurück. 1981 war die Region noch die ärmste der Welt, mit 80 Prozent der Menschen unter der 1,25-Dollar-Grenze. Bis 2005 fiel dieser Prozentsatz auf nur noch 18 Prozent. In China verringerte sich die Zahl der Armen laut Studie von ehemals 84 Prozent (835 Millionen Menschen) auf 16 Prozent (208 Millionen Menschen).

Neue Armutsgrenze definiert

Allerdings sei durch neue Daten über die Preisentwicklung die Armutsgrenze angehoben worden, heißt es in der Studie weiter. Danach gilt als arm, wer im Durchschnitt von weniger als 1,25 Dollar am Tag (rund 85 Cent) leben muss. Bisher war es ein Dollar. "Die Entwicklungsländer sind ärmer als wir bislang angenommen haben", heißt es in der Untersuchung. Nach alten Schätzungen lag die Zahl der Armen 2004 bei 985 Millionen Menschen und 1981 bei 1,5 Milliarden.

Für die Untersuchungen werteten Experten der Weltbank 657 Studien aus 116 armen Staaten aus, in denen rund 96 Prozent der Bevölkerung aus Entwicklungsländern leben.

Stand: 27.08.2008 18:05 Uhr
 

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