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[Bildunterschrift: BA-Chef Weise sieht pessimistisch auf das Jahr 2009. ]
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Januar drastisch verschlechtert. Durch die Wirtschaftskrise und das kalte Winterwetter ist die Arbeitslosenzahl auf fast 3,5 Millionen gestiegen. "Der konjunkturelle Abschwung erreicht nun auch den Arbeitsmarkt", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise.
"Es gibt keine guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt", so Weise weiter. Alle drei Kennzahlen des Arbeitsmarkts hätten sich durch die Wirtschaftskrise verschlechtert. "Die Arbeitslosigkeit stieg, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm erstmals ab, und die Arbeitskräftenachfrage sinkt mittlerweile kräftig."
Weise erwartet, dass die Arbeitslosigkeit im Februar weiter steigt. Ingesamt zeigte er sich aber zuversichtlich, dass die Wirtschaftskrise nicht zu einem ähnlich hohen Anstieg der Arbeitslosigkeit führt wie in früheren Jahren. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass es auf dem Arbeitsmarkt nicht ganz so schlecht wird wie in vergleichbaren früheren Abschwüngen", sagte er. Neben den Reformen am Arbeitsmarkt helfe dabei auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung.
Insgesamt waren 3,489 Millionen Erwerbslose registriert. Das waren 387.000 mehr als im Dezember, aber 170.000 weniger als im Januar 2008. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,9 Punkte auf 8,3 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg deutlich stärker als in den beiden Vorjahren, als im Schnitt eine Zunahme um 265.000 verzeichnet worden war.
Der Einfluss der Konjunktur zeigt sich deutlich in den saisonbereinigten Zahlen, aus denen jahreszeitliche Schwankungen etwa durch die Witterung herausgerechnet werden, sagte Weise. Laut diesen verzeichnete die BA 56.000 Arbeitslose mehr als im Dezember. Dies ist der stärkste saisonbereinigte Anstieg seit der Einführung der Hartz-IV-Reformen Anfang des Jahres 2005.
[Bildunterschrift: Bundesarbeitsminister Scholz sieht sich in seinen Maßnahmen bestätigt. ]
Für den Anstieg der Arbeitslosenzahl ist nach Einschätzung von Arbeitsminister Olaf Scholz die weltweite Konjunkturflaute verantwortlich. Die Krise sei auf dem deutschen Arbeitsmarkt angekommen, das sei unverkennbar, sagte der Politiker. "Leider bin ich durch die Zahlen, die wir sehen, nicht überrascht." Die Entwicklung sei absehbar gewesen. "Wir sehen noch, dass wir eine bessere Entwicklung haben als im Vorjahr", sagte Scholz. "Deshalb ist es wichtig, dass wir rechtzeitig gehandelt haben", sagte Scholz und verwies unter anderem auf die Entscheidung der Bundesregierung, die Zahlung des Kurzarbeitergeldes auf 18 Monate zu verlängern.
BA-Chef Weise rechnet wegen der stark steigenden Arbeitslosigkeit für 2009 mit einem deutlich höheren Haushaltsdefizit bei der Behörde. Die Bundesagentur müsse sich möglicherweise auf einen Fehlbetrag von zehn Milliarden Euro einstellen, sagte der BA- Manager. Bislang war die Bundesbehörde nur von einem Haushaltsdefizit von sechs Milliarden Euro ausgegangen. Dank der Rücklagen von 17 Milliarden Euro könne die BA diesen Jahresverlust aber noch verkraften.
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Die Bundesagentur verzeichnete zudem im Dezember einen Boom bei der Kurzarbeit. Zum Jahresende 2008 hätten Firmen für 404.000 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt, davon seien 295.000 Anträge mit Auftragsflauten begründet worden. Das seien 240.000 Anträge mehr für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld als im Monat zuvor, berichtete Weise. Im Vergleich zum Dezember 2007 sei die Zahl der Anträge um 302.000 gestiegen. Es sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter wegen der konjunkturellen Abkühlung in den nächsten Monaten noch deutlich erhöhen werde, sagte Weise.
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