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[Bildunterschrift: Die Zahl der Zeitarbeiter hat sich seit 1997 mehr als verdreifacht. ]
Die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist vor allem neuen Teilzeitstellen, Leiharbeitern und geringfügig Beschäftigten zu verdanken. Der Anteil dieser sogenannten atypischen Beschäftigung nahm in Deutschland zwischen 1997 und 2007 von 17,5 auf 25,5 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die sogenannten Normalarbeitsverhältnisse, in der Regel unbefristete Vollzeitstellen, dominieren zwar weiter mit einem Anteil von 74,5 Prozent. Ihre Zahl ging aber im Zehnjahresvergleich um rund 1,5 Millionen auf etwa 22,5 Millionen zurück. Die Statistiker verzeichneten im vergangenen Jahr zugleich rund 7,7 Millionen atypisch Beschäftigte, fast 2,6 Millionen mehr als 1997.
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[Bildunterschrift: In der Gastronomie ist der Wandel des Arbeitsmarkts besonders deutlich zu spüren. ]
Der Wandel traf Handel und Gastgewerbe am stärksten. Dort machten Normalarbeitsverhältnisse 2007 nur noch 70 Prozent aus, acht Prozentpunkte weniger als 1997. Den niedrigsten Anteil verzeichnete im vergangenen Jahr der Dienstleistungssektor. Dort hatten bereits weniger als zwei Drittel der Mitarbeiter ein klassisches Arbeitsverhältnis.
Besonders auf dem Vormarsch ist die Zeitarbeitsbranche. Das Statistische Bundesamt zählte innerhalb von zehn Jahren eine Verdreifachung der Leiharbeiter von 180.000 auf 610.000. Mehr als verdoppelt hat sich zugleich die Zahl der geringfügig Beschäftigten. Die wichtigste Rolle unter den atypischen Beschäftigten spielen jedoch die Teilzeitkräfte, die im vergangenen Jahr bereits die Marke von rund fünf Millionen erreichten.
Die Statistiker ermittelten, dass unter den Beschäftigten ohne Normalarbeitsverhältnis 71 Prozent Frauen und nur 29 Prozent Männer sind. Als weiterer Trend zeichnete sich ab, dass junge Menschen, Arbeitnehmer mit geringer Bildung und Ausländer besonders häufig über befristete Verträge, Teilzeit- und Zeitarbeitsjobs verfügen oder nur geringfügig beschäftigt sind.
Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass Jobs in einer Zeitarbeitsfirma, eine Teilzeit- oder eine geringfügige Beschäftigung nicht zwangsläufig gleichzusetzen sind mit einem prekären Arbeitsplatz und einem höheren Armutsrisiko. Vielmehr könne es sich um absichtlich gewählte Arbeitsverhältnisse handeln, mit denen die Betroffenen berufliche oder persönliche Interessen besser kombinieren können. Allerdings seien diese neuen Beschäftigungsformen nur bedingt geeignet, den eigenen Lebensunterhalt oder den von Angehörigen zu finanzieren.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht in den Zahlen einen Beweis dafür, dass ein wachsender Anteil der Arbeitnehmer "in unsichere, schlecht bezahlte und perspektivlose Jobs gedrängt" wird. Die aktuelle Statistik zeige, dass eine Politik nach dem Motto "Sozial ist, was Arbeit schafft" in eine Sackgasse führe und Millionen von Beschäftigten in die Armut treibt, erklärte der DGB in Berlin. Die Bundesregierung dürfe dem "Billigboom am Arbeitsmarkt" nicht länger tatenlos zuzusehen.
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