Ein Mann geht in ein Jobcenter. | Bildquelle: dpa

Arbeitsmarkt im Juni Zahl der Jobsuchenden sinkt leicht

Stand: 30.06.2017 10:16 Uhr

Sie sinkt und sinkt - im Juni ist die Zahl der Arbeitslosen erneut zurückgegangen. Laut Bundesagentur für Arbeit waren 2,473 Millionen Menschen ohne Job, 25.000 weniger als Mai. Das entspricht einer Quote von 5,5 Prozent. Der Rückgang fiel aber weniger deutlich aus als erwartet.

Die Zahl der Jobsucher ist im Juni weiter gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zählte 2,473 Millionen Erwerbslose in Deutschland. Das sind rund 25.000 Jobsucher weniger als im Mai und etwa 142.000 weniger als vor einem Jahr. Das ist der niedrigste Wert in einem Juni seit dem Jahr 1991. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,5 Prozent.

Saisonbereinigt steigt Arbeitslosenzahl

"Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Juni aus saisonalen Gründen weiter zurückgegangen", sagte BA-Chef Detlef Scheele. Die Beschäftigung und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern hätten erneut kräftig zugelegt. Laut dem Statistischen Bundesamt gab es im Mai rund 44,1 Millionen Erwerbstätige - so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung Deutschlands.

Saisonbereinigt gab es hingegen einen leichten Anstieg bei der Arbeitslosenzahl. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl lag im Juni bei 2,547 Millionen. Damit waren etwa 7000 Männer und Frauen mehr ohne Job als noch im Mai. Im Juni läuft in der Regel die Frühjahrsbelebung aus, bevor mit dem Sommerloch die Erwerbslosigkeit wieder steigt.

Rückgang bereits im Mai

Bereits im Mai war die Zahl der Erwerbslosen zurückgegangen. Sie war um 71.000 auf 2,498 Millionen gesunken - niedriger lag die Erwerbslosenzahl zuletzt nur vor 26 Jahren. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,6 Prozent. Der Mai steht in der Regel für einen Aufschwung am Arbeitsmarkt, weil zu Beginn des Sommers auch Saisonbetriebe in der Gastronomie und im Tourismus zusätzliches Personal einstellen und etwa im Baugewerbe viele Aufträge vorliegen. Doch auch saisonbereinigt gab es erneut einen Rückgang. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Zahl der Arbeitslosen um 9000 zurück.

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Arbeitsmarktzahlen im Juni 2017

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Gute Exportaussichten

Hinter einem Generatorständer steht eine Mitarbeiterin der Factory Services, im Siemens-Generatorenwerk in Erfurt (Thüringen). | Bildquelle: dpa
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Deutsche Industrieprodukte sind weiterhin stark gefragt - das ist gut für den Arbeitsmarkt.

Die guten Exportaussichten seien ein Turbo für die deutsche Konjunktur, sind sich die Fachleute einig. Vor allem die Industrie profitiere zunehmend vom wirtschaftlichen Aufschwung in der Europäischen Union, aber auch von der verstärkten Nachfrage nach deutschen Produkten in China und den USA. Selbst in den meisten Schwellenländern wie Russland und Argentinien laufe es wieder besser.

Die meisten Ökonomen sind überzeugt, dass sich der nun schon länger andauernde Aufschwung fortsetzt. Angesichts der guten Konjunkturdaten rechnen die Volkswirte auch weiter mit einem Job-Aufschwung. "Der Arbeitsmarkt ist weiter robust - und zugleich ein Treiber für die Konjunktur", sagte etwa Stefan Schneider von der Deutschen Bank. Im Durchschnitt rechnen die Experten mit einer Erwerbslosenzahl von 2,5 Millionen. Nach Prognose der meisten Ökonomen dürfte die zu erwartende Flüchtlingsarbeitslosigkeit erst im kommenden Jahr spürbar werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Juni 2017 um 10:00 Uhr.

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