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Arbeitsmarkt im Juni Zahl der Arbeitslosen sinkt erneut deutlich

Stand: 30.06.2010 12:08 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni erneut deutlich gesunken. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im laufenden Monat 3,153 Millionen Menschen ohne Job. Das bedeutet gegenüber Mai einen Rückgang um 88.000. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 7,5 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ging die Arbeitslosenzahl sogar um 257.000 zurück.

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Arbeitsmarkt im Juni 2010

Die aktuelle Statistik im Vergleich zu den Vormonaten

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Von der Leyen: Entwicklung ermutigend

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bezeichnete die Zahlen als ermutigend. Auch wenn der Abwärtstrend der Arbeitslosenzahlen nicht mehr so stark wie im Mai ausgefallen sei, gebe es doch eindeutige Verbesserungen, sagte sie in Berlin. Die aktuellen Zahlen zeigten, dass auch die Langzeitarbeitslosen von der wirtschaftlichen Erholung profitierten.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise begründete den erneuten Rückgang der Arbeitslosenzahlen damit, dass die wesentlichen Indikatoren sich erneut verbessert hätten. Nach seiner Einschätzung könnte die Arbeitslosenzahl bis zum Jahresende sogar unter die Marke von drei Millionen sinken. "Die Chance ist da", sagte Weise. Er warnte allerdings vor übertriebenem Optimismus. "Die Lage ist besser als befürchtet, aber noch unsicher", sagte er. Wirtschaftlich sei es in dem zu Ende gehenden zweiten Quartal gut gelaufen, doch liege ein Schatten über 2011. Die meisten Institute rechnen im kommenden Jahr mit einer Konjunkturabkühlung.

Entlastung durch hohe Zahl von Kurzarbeitern

Die günstige Entwicklung begründete die BA erneut auch mit der Entlastung des Arbeitsmarktes durch Kurzarbeit. Diese gehe zwar zurück - allerdings langsamer als ursprünglich erwartet. Nach den aktuellsten verfügbaren Daten vom April hätten 613.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Dies seien lediglich 250.000 weniger als zu Beginn des laufenden Jahres. Im Juni hätten die Unternehmen aber nur noch für rund 25.000 Männer und Frauen neu Kurzarbeitergeld beantragt.

Nach wie vor sind der Maschinenbau, die Autoindustrie und deren Zulieferer sowie Transportunternehmen am stärksten betroffen. "Genau da haben wir auch die stärksten Rückgänge", erläuterte Becker.

Ein Beispiel dafür ist der MAN-Konzern. Das Unternehmen teilte mit, dass die Nachfrage nach Lastwagen, Bussen und Motoren zunehmen. Daher wurde die Kurzarbeit für im Nürnberger Motorenwerk des Konzerns beendet. An den Standorten mit der Lkw-Produktion soll die Kurzarbeit in der zweiten Jahreshälfte deutlich reduziert werden.

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