Arbeitsagentur | Bildquelle: dpa

Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosigkeit sinkt auf 25-Jahres-Tief

Stand: 02.11.2016 10:52 Uhr

Die viel gerühmte Herbstbelebung wirkt sich in diesem Jahr noch kräftiger aus als gewohnt: Die Arbeitslosigkeit sank im vergangenen Monat auf den tiefsten Stand seit einem Vierteljahrhundert. Insgesamt waren 2,540 Millionen Menschen als erwerbslos gemeldet.

Die gute Konjunktur drückt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf den tiefsten Stand seit einem Vierteljahrhundert. Die Arbeitslosenzahl sank im Oktober nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 68.000 auf 2,540 Millionen. Der Rückgang war stärker als in den Vorjahren und kräftiger als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr waren 109.000 weniger Menschen auf Jobsuche. Eine niedrigere Arbeitslosenzahl gab es zuletzt im Juni 1991.

Die Arbeitslosenquote ging auf 5,8 Prozent zurück. "Im Zuge der Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken, die Beschäftigung ist wieder gestiegen und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern legte weiter zu", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise bei der Vorstellung der Zahlen. Klammert man die für die Jahreszeit üblichen Schwankungen aus, sank die Erwerbslosenzahl um 13.000 und damit überraschend deutlich.

Ein weiterer Indikator für den guten Zustand des Arbeitsmarktes: Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor hoch. Im Oktober waren 691.000 offene Stellen bei der BA gemeldet. Das waren 79.000 mehr als vor einem Jahr.

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Arbeitsmarktzahlen im Oktober 2016

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Schon der September brachte einen Tiefststand

Der Rückgang der Erwerbslosenzahlen im Herbst hat vor allem saisonale Gründe: Ausbildungsabsolventen finden oft erst nach den Sommerferien eine feste Stelle. Schulabgänger beginnen ein Studium und viele Firmen stellen erst nach den Werksferien neue Mitarbeiter ein.

In den kommenden Monaten rechnen die Ökonomen eher mit einer wenigen Veränderungen, im kommenden Jahr aber mit steigenden Arbeitslosenzahlen. Insbesondere für die zweite Jahreshälfte wird mit einer höheren Arbeitslosigkeit gerechnet. Als Gründe werden ein schwächeres Wirtschaftswachstum sowie eine wachsende Zahl arbeitsloser Flüchtlinge genannt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2016 um 17:00 Uhr.

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