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Arbeitsmarkt im vierten Quartal 2015 Rekordhoch durch Dienstleister

Stand: 16.02.2016 10:41 Uhr

Die Dienstleister treiben den deutschen Arbeitsmarkt an. Insgesamt gab es zum Jahresende mehr als 43 Millionen Erwerbstätige. Besonders private Dienstleister sorgten für ein Rekordhoch. Nur im Bereich der Selbstständigen gibt es Grund zur Sorge.

2015 war ein Rekordjahr für den deutschen Arbeitsmarkt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zählte im vierten Quartal des vergangenen Jahres 43,4 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland. Das waren 412.000 Erwerbstätige mehr als im Vorjahr. Ein stärkerer Zuwachs wurde zuletzt im Sommer 2012 auf dem Arbeitsmarkt verzeichnet. Die Zahl der fest angestellten Arbeitnehmer erhöhte sich dabei im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 39,18 Millionen. Im Durchschnitt befanden sich im vergangenen Jahr 43,03 Millionen Menschen in einem Arbeitsverhältnis.

Immer weniger wollen selbstständig sein

Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank dagegen um 98.000 auf 4,25 Millionen. Das ist ein Minus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Dezember 2014. "Damit ist die Selbstständigkeit seit über drei Jahren rückläufig", betonten die Statistiker. "Das ist ein Warnsignal", sagt Marc Evers, Referatsleiter Existenzgründung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Der DIHK führt diesen Trend auf den florierenden Arbeitsmarkt zurück. "Gute Fachkräfte bekommen gute Angebote aus der Wirtschaft, zumal in Zeiten des Fachkräftemangels", sagt Evers. Die sichere, gut dotierte Festanstellung werde der Existenzgründung mit ungewissem Ausgang vorgezogen, meint der DIHK-Fachmann.

Die treibende Kraft hinter dem Anstieg bei den Arbeitnehmerzahlen war der boomende Dienstleistungssektor. Im Bereich der Unternehmensdienstleister - von Reinigungskräften bis IT-Firmen - gab es den stärksten Zuwachs. 151.000 Personen nahmen eine Tätigkeit in diesem Bereich auf. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auf den Gebieten der öffentlichen Dienstleister, in der Erziehung sowie im Bereich Gesundheit gab es ein ebenfalls ein starkes Plus von 145.000 Mitarbeitern. Die Bereiche Handel, Verkehr und Gastgewerbe verzeichneten ein Plus von 104.000 im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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