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Logo des Computerkonzerns Apple

Apple baut Konzernspitze um

Designer an die Macht

Apple-Chef Cook hat den Software-Manager Forstall entmachtet. Er muss das Unternehmen ebenso wie ein weiterer Spitzenmanager verlassen. Eine Schlüsselrolle soll künftig Chefdesigner Ive übernehmen. Der Umbau zeigt, wohin Cook den Konzern in der Ära nach Steve Jobs führen will.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Scott Forstall galt mal als der Kronprinz bei Apple, sogar als möglicher Nachfolger von Steve Jobs. Das ist vorbei: Forstall geht - allerdings erst im kommenden Jahr. Bis dahin hat er einen Titel als "Berater" für Apple-Chef Tim Cook. Es ist fraglich, wie oft der bei Forstall anrufen wird.

Kronprinz Forstall geht, Chef Cook zeigt Führungsstärke
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
30.10.2012 17:10 Uhr

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Aufstieg des Chefdesigners Jony Ive

Apple-Designer Jony Ive
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Apple-Chefdesigner Ive übernimmt mehr Verantwortung für den Konzern.

Cook setzt lieber auf Jony Ive. Das ist der smarte Brite mit den kurzgeschorenen Haaren, der in Apples Werbefilmen über die Produkte spricht, als sei er heimlich in sie verliebt. Ive ist Designchef bei Apple. Er hat schon den allerersten, bunten iMac entworfen und damit vor fast 15 Jahren den Aufstieg von Apple eingeleitet.

Nun verantwortet Ive auch das Thema "Human Interface", also die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer. Da geht es zum Beispiel um die Benutzerfreundlichkeit der Geräte - für Apple traditionell das Thema, bei dem die eigenen Produkte die Konkurrenz in den Schatten stellen sollen.

Neuverteilung von Aufgaben in der Konzernspitze

Manager Scott Forstall
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Die Aufgaben von Apple-Manager Scott Forstall werden neu aufgeteilt.

Auch die restlichen Aufgaben von Forstall werden einfach zwischen den übrigen Topmanagern aufgeteilt. Das mobile Betriebssystem landet unter einem Dach mit dem normalen System OS X für Laptops und Standcomputer. Die ungeliebten Karten und die mäßig erfolgreiche Spracherkennung Siri - noch so eins von Forstalls Projekten - werden den Online-Diensten zugeschlagen, also dem iTunes Store für Musik und Filme und dem Onlinespeicher iCloud.

Eher eine Randnotiz ist dagegen der Abgang von John Browett. Der hatte erst Anfang das Jahres die Leitung der Apple-Stores übernommen. Im Gegensatz zu Forstall geht Browett sofort. Apple-Chef Cook übernimmt selbst die Verantwortung für die weltweit fast 400 Apple-Läden.

Apple zieht Konsequenzen aus Fehlern

Spitzenmanager, die gehen oder gehen müssen, dazu die Neuorganisation der Bereiche: Gerät Apple ins Trudeln? Nein, aber die Sache zeigt: Apple ist nicht unfehlbar. Und wer Fehler macht, der muss dafür auch die Verantwortung übernehmen. Forstalls Aufgaben als Mann für die mobile Software sind zu wichtig, um da etwas anbrennen zu lassen. iPhone und iPad machen gut 70 Prozent des Apple-Umsatzes aus.

Und: Der bisher eher blasse Apple-Chef Cook zeigt Führungsstärke. Das ist der erste Personalumbau und die erste Neuorganisation dieser Größe seit dem Tod von Steve Jobs. Und das mitten in einer großen Produktoffensive, mit einem neuen iPad mini und neuen Versionen von iPhone oder iMac. Insider vermuten, dass Apple inzwischen alle Produkte auf dem Markt hat, an denen Firmengründer Steve Jobs noch selbst mitgearbeitet hat. Ein gutes Jahr nach seinem Tod zeigt dieser Schritt nun: Tim Cook ist im Chefsessel angekommen.

Stand: 30.10.2012 16:05 Uhr

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