Besucher der Entwicklerkonferenz WWDC 2017 betrachten den neuen HomePod | Bildquelle: dpa

Apples HomePod Späte Revolution im Wohnzimmer

Stand: 06.06.2017 09:30 Uhr

Jetzt zieht auch Apple nach und präsentiert mit dem HomePod einen smarten Lautsprecher. Bei der Vorstellung gab es Seitenhiebe Richtung Konkurrenz: Deren Lautsprecher seien mangelhaft. Apples Gerät will das intelligenteste sein.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Das Neueste hob sich Apple-Chef Tim Cook - wie üblich - bis ganz zum Schluss auf: Eine "letzte Sache" habe er noch. Und mit dieser letzten Sache verspricht Apple nichts weniger als eine Neuerfindung.

Mit dem MP3-Player iPod habe man die Musik in der Hosentasche neu erfunden, sagte Apple-Vizechef Phil Schiller, nun werde man die Musiknutzung zu Hause revolutionieren.

Seitenhiebe Richtung Konkurrenz

Zuvor hatte Schiller einen Seitenhieb in Richtung Sonos verteilt, die zwar erfolgreich Musik drahtlos in verschiedene Räume bringen, aber deren Lautsprecher nicht "smart" seien.

Dann folgte ein Seitenhieb in Richtung Amazon, deren vernetzter Lautsprecher zwar schlau sei, aber nur mittelmäßige Soundqualität liefere.

Er stellte den HomePod vor, einen knapp 17 Zentimeter hoher Zylinder, in dem sich die Technik verbirgt, die für exzellente Soundqualität und Intelligenz sorgen soll, so Cook.

Zweite neue Produktkategorie unter Cook

Es ist nach der Apple Watch 2015 die zweite neue Produktkategorie, die unter seiner Leitung auf den Markt kommt. Der HomePod spielt auf Wunsch Musik ab, gibt Wetterinformationen durch oder verkündet auf Anfrage den Spielstand eines wichtigen Sportevents.

Der Lautsprecher ist auch mit anderen Apple-Diensten wie Messages oder der Smarthome Plattform HomeKit verbunden. So kann man dem HomePod den Befehl geben, die Heizung auszuschalten oder die Jalousien runterzufahren.

Gesteuert wird das Gerät über Apples Assistentin Siri. Der vernetzte Lautsprecher kommt im Dezember zum Preis von umgerechnet 309 Euro auf den Markt, zunächst in den USA, Großbritannien und Australien  Der Start in weiteren Ländern ist für kommendes Jahr geplant.

Apple ist spät dran: Amazon brachte seinen Echo bereits vor vier Jahren auf den Markt, sein Marktanteil liegt bei gut 70 Prozent.

Neues iPad Pro

Darüberhinaus wurde bei der Auftaktveranstaltung der Entwicklerkonferenz WWDC ein neues, größeres iPad Pro vorgestellt. Die Macbook-Notebooks und iMacs mit eingebautem Display erhalten schnellere Prozessoren und bessere Grafik.

Breiten Raum nahmen die aktualisierten Versionen der Betriebssysteme ein. Das Computer-Betriebssystem wird den Namen High Sierra tragen, die neue Version des Safari-Browsers kann unter anderem den automatischen Start von Werbevideos verhindern und Tracking unterbinden - zwei Neuerungen, die auf wenig Beliebtheit in der Werbebranche stoßen dürften.

Geld verschicken über Message-App

Doch Apple ist anders als Google nicht abhängig von den Werbeeinnahmen, sondern will Hardware und Apps verkaufen.

Das Mobilgeräte-Betriebssystem iOS 11 enthält mehrere Verbesserungen bei der Nutzung der digitalen Assistentin Siri. Und: wer den Bezahldienst Apple Pay nutzt, kann künftig ohne Zwischenhändler Geld mit der Messages-App an andere iPhone-Besitzer schicken, ähnlich dem Paypal-Modell. In Deutschland ist der Bezahldienst Apple Pay weiterhin nicht erhältlich.

Hier spielt die Musik: Apple stellt smarten Lautsprecher vor
N. Markwald, ARD Los Angeles
06.06.2017 08:21 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten am 06. Juni 2017 NDR Info um 07:41 und 09:41 Uhr in der Wirtschaft sowie Deutschlandfunk um 13:52 Uhr.

Darstellung: