iPhone X | Bildquelle: REUTERS

Apple präsentiert iPhoneX Die Kunst der Inszenierung

Stand: 13.09.2017 08:09 Uhr

In einer pompösen Inszenierung hat Apple das neue iPhoneX vorgestellt. Die Entsperrung per Blick lässt sich das Unternehmen teuer bezahlen. Und mit dem neuen randlosen Display folgt es asiatischen Herstellern wie Samsung oder Xiaomi

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Es müffelt an diesem Morgen ein wenig auf dem neuen Apple Gelände. Das Areal um die Firmenzentrale ist frisch gedüngt; am Abend zuvor hat es geregnet. Dem Apple Mitgründer Steve Wozniak ist das egal. Er strahlt übers ganze Gesicht und freut sich, dass ihn seine alten Kollegen zur Produktvorstellung nach Cupertino eingeladen haben.

Für das kreisrunde Gebäude, in dem Platz für 12.000 Mitarbeiter ist und das wie ein Raumschiff aussieht, hat Wozniak nur Lob übrig. "Es ist prächtig. Ich habe mich mit dem, der es gebaut hat, unterhalten. Es sind so viele extreme tolle Dinge integriert. Allein die Stromversorgung. Ich liebe das Design, es spricht für Steve Jobs und Apple."

Apple-Gebäude | Bildquelle: picture alliance / Mercury News
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Das gerade fertiggestellte riesige neue Hauptquartier. In diesen Wochen beziehen über 12.000 Mitarbeiter das riesige ringförmige Gebäude im neuen "Apple Park".

Fast 1000 Journalisten aus aller Welt sind in das eigens für Präsentationen gebaute "Steve Jobs Theater" eingeladen. Dem verstorbenen Apple Chef gebührt das erste Wort. Eine Rede von ihm wird eingespielt, der Saal ist komplett abgedunkelt. Auf der Leinwand steht nur "Steve Jobs Theater".

Kunst der Inszenierung

Tim Cook, Nachfolger von Jobs, betritt sichtlich gerührt die Bühne. Dem Apple Chef ist die Aufregung anzumerken. Ohne jeden Zweifel: Das Unternehmen hat die Welt der Mobiltelefone revolutioniert. Heute will man erneut die Marschroute vorgeben. "Jetzt zehn Jahre später ist es nur gerechtfertigt, dass wir auch für nächsten zehn Jahre den Weg für Technologie vorzeichnen", so Cook.

Kein Silicon-Valley-Unternehmen versteht die Kunst der Inszenierung von Technologie, obgleich an diesem Morgen so gut wie alle Ankündigungen mehr oder weniger schon vorher bekannt wurden. Von der Apple-Uhr mit LTE-Chip, bis hin zur Streaming Box, die jetzt auch 4K Auflösung beherrscht.

Produktvorstellung von Apple mit Tim Cook | Bildquelle: AP
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Dem Apple Chef ist die Aufregung anzumerken, als er die Bühne betritt.

Entsperrung per Augenblick

Im Mittelpunkt steht jedoch ein mit Hightech hochgerüstetes Jubiläums-Smartphone. Das iPhoneX. Das neue Gerät, dessen Preis bei knackigen 1149 Euro beginnt, folgt dabei einem Trend, den asiatische Hersteller wie Samsung oder Xiaomi aus China vorgeben haben: ein nahezu randloses Display.

Apple Marketing Chef Phil Schiller erklärt: "Der super Retina Bildschirm setzt auf OLED-Technologie. Diese Technologie ist so gut geworden, dass wir sie jetzt im iPhone einsetzen." Zugleich verabschiedet sich Apple mit dem Jubiläums-Smartphone von seinem sogenannten Home Button und dem Fingerabdrucksensor, den es erst 2013 eingeführt hatte. Das Gerät wird durch eine sensor-gesteuerte Gesichtserkennung entsperrt, die dazu Hunderte, unsichtbare Punkte auf das Gesicht projiziert.

"Jedes Mal, wenn man in sein Telefon schaut, wird es entsperrt, das funktioniert sogar im Dunkeln. Diese Funktion sei sogar sicherer als der Fingerabdruck-Sensor", sagt Schiller weiter. Das Unternehmen aus Cupertino weiß, dass der Preis für ein Gerät jenseits der 1000 Euro happig ist. Es setzt jedoch bewusst auf diese Hochpreis-Strategie, um sich vom Rest des Marktes abzusetzen, der zu 80 Prozent von den Android-Geräten dominiert wird. Mancher Analyst zeigt sich ob dieser Strategie skeptisch.

Produktvorstellung von Apple | Bildquelle: AFP
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Das iPhone X wird erst ab 3. November im Handel sein und mindestens 1149 Euro kosten.

Große Ähnlichkeit zu Samsung-Geräten

Annette Zimmermann vom IT-Dienst Gartner meint, dass das neue Gerät und seine Technologie noch nie so ähnlich wie das von Konkurrent Samsung wäre. Seit 2007 hat das kalifornische Unternehmen mehr als 1,2 Milliarden Geräte verkauft. Eine weitere Frage ist deshalb, wie gesättigt ist der Markt?

An diesem Morgen wird eines klar: Selbst Apple kann nicht alles zu 100 Prozent steuern. Zum ersten Mal seit vielen Jahren, wird das neue Premiumtelefon deutlich später erscheinen. Nämlich erst ab 3. November. Früher waren die neue Geräte meist eine Woche später in den Läden. Der Grund: Die Herstellung der OLED Displays, die man vom Konkurrenten Samsung bezieht, ist offenbar komplizierter. Und: Apple ist nicht der einzige Hersteller, der die Displays verbaut. Auch hier war die Konkurrenz aus Asien schneller.

Apple präsentiert Luxus-iPhone mit Gesichtserkennung
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
13.09.2017 07:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. September 2017 um 06:44 Uhr.

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