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Die USA und acht Pazifik-Staaten haben sich auf die Grundzüge eines Freihandelsabkommens geeinigt. Was US-Präsident Obama auf dem APEC-Gipfel verkündete, ist Mahnung und Seitenhieb für China zugleich. Seit langem drängen die USA die Volksrepublik, die chinesische Währung aufzuwerten und damit auf unfaire Wettbewerbsvorteile im Exportgeschäft zu verzichten. Weil China sich nicht an die Spielregeln halten mag, habe Washington handeln müssen.
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
Europa war gestern, dem asiatisch-pazifischen Raum gehört aus amerikanischer Sicht die wirtschaftliche Zukunft: Das ist die Botschaft von Außenministerin Hillary Clinton und US-Präsident Barack Obama beim asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforum auf Hawaii.
Präsident Obama erklärte die asiatisch-pazifische Region zur Wachstumsregion der Zukunft. Es gebe keine andere Weltregion, welche die USA als vitaler betrachteten, betonte er vor Wirtschaftsführern in seiner Geburtsstadt Honolulu.
Nach Aussage von Obama haben sich die USA und acht Pazifikstaaten auf die Grundzüge eines Freihandelsabkommens geeinigt. Zwar müssten noch einige Details ausgehandelt werden, aber er sei guter Hoffnung, dass dies gelingen werde, sagte Gastgeber Obama.
Zu den acht zukünftigen Wirtschaftspartnerstaaten der USA gehören Australien und Neuseeland, das Sultanat Brunei, die Andenstaaten Chile und Peru, außerdem Singapur, Malaysia und Vietnam. Japan wäre beim neuen asiatisch-pazifischen Freihandelsclub auch gerne dabei. Und China ist verstimmt, weil es bisher nicht gefragt wurde.
Obama bezeichnet sich gerne als der erster pazifischer Präsident Amerikas, weil er auf der Pazifikinsel Hawaii geboren und in Indonesien eingeschult wurde. Er hofft auf zahlreiche Exportaufträge für die USA aus der zukünftigen asiatisch-pazifischen Freihandelszone.
Die Europafixiertheit der USA sei Vergangenheit , lautet der Kommentar einiger US-Medien. Bereits vor dem Beginn des APEC-Gipfels hatte Außenministerin Clinton die europäischen Diplomaten in Washington verblüfft. Und zwar mit einem Artikel in der Zeitschrift "Foreign Affairs", in dem sie das asiatisch-pazifische Zeitalter einläutete und erklärte, das strategische und ökonomische Zentrum der Welt verlagere in diesen Raum.
Allerdings kommen von dort auch ausgerechnet zum APEC-Gipfel höchst unangenehme Signale für die USA: So droht Chinas größte Ratingagentur Dagong Global Credit Rating an, die Kreditwürdigkeit der USA erneut herabzustufen, weil Washington sein Budgetdefizit nicht ausreichend bekämpfe.
Und da China weiterhin der wichtigste Kreditgeber Amerikas ist, kommt der Androhung der größten chinesischen Ratingagentur eine beachtliche Bedeutung zu. Zum letzten Mal hatte Dagong die Kreditwürdigkeit der USA im August herabgestuft; die US-Ratingagentur Standard & Poor's folgte wenige Tage später.
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