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Studie von AOK-Institut
Flexible Arbeitswelt macht krank
Laut dem Fehlzeiten-Report 2012 fühlen sich viele Arbeitnehmer in Deutschland überlastet. Grund seien längere Arbeitswege, ständige Erreichbarkeit und Überstunden. Häufig sind psychische Beschwerden die Folge, teilten die Herausgeber der Studie mit.
Menschen, die Beruf und Freizeit nicht trennen können, klagen doppelt so häufig über Symptome wie Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Kopfschmerzen wie der Durchschnitt. Laut der Studie führen Wochenendarbeit und das häufige Verschieben von privaten Verabredungen wegen der Arbeit häufig zu psychischen Beschwerden.
Fehlzeiten- Studie - Flexibel sein geht an die Psyche
K. Steinbrecher, ARD Berlin
16.08.2012 15:52 Uhr
Das Problem betrifft viele Menschen in Deutschland: 40 Prozent der Arbeitnehmer seien Wochenendpendler, fahren täglich mindestens eine Stunde ins Büro oder haben ihren Wohnort wegen des Berufs gewechselt, schreiben die Verfasser des Fehlzeiten-Reports. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdo) führt die repräsentative Befragung seit 1999 auf Grundlage von Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von AOK-Versicherten durch.
Pendler fahren immer weitere Wege
Die Arbeitsbelastung dürfte in Zukunft weiter steigen, denn Pendler nehmen in Deutschland immer längere Wege zum Büro in Kauf. Die Distanz von der Haustür bis zum Büro betrug 2009 im Schnitt 17 Kilometer. Vor zehn Jahren waren es noch 14,6 Kilometer. Diese Zahlen hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ermittelt. Besonders in Ballungsräumen wie Hamburg, Frankfurt am Main und Berlin ist der Arbeitsweg überdurchschnittlich weit.
Bereits in der Vergangenheit wurden die negativen Auswirkungen des Pendeln nachgewiesen. Eine Studie der Techniker Krankenkasse hatte im Juni nachgewiesen, dass Menschen, die beruflich pendeln oder umziehen, häufiger wegen psychischer Leiden krankgeschrieben sind.
Bundesregierung will Gegenstrategie vorlegen
Die Koalition will im Herbst eine Strategie für mehr Gesundheitsvorbeugung vorlegen. Die Union im Bundestag hatte angekündigt, sich verstärkt um die Beschäftigten mit Burn-out kümmern zu wollen. Konkurrenz und Leistungsdruck gäben oft den Takt vor, sagte der CDU-Gesundheitsexperte Willi Zylajew.
Stand: 16.08.2012 12:31 Uhr
