VW-Zeichen | Bildquelle: Reuters

Weitere Ermittlungen im Abgas-Skandal EU-Antibetrugsbehörde untersucht VW-Fall

Stand: 16.12.2015 11:28 Uhr

Sie heißt Olaf, ist die EU-Antibetrugsbehörde und ermittelt nun auch gegen VW. Olaf soll gegen Korruption vorgehen. Die Behörde untersucht, ob Volkswagen zu Unrecht Kredite von der Europäischen Investitionsbank erhalten hat.

Im VW-Abgas-Skandal gibt es nun an weiterer Stelle Ermittlungen: Olaf ist der Name des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung. Und das untersucht nun den Fall Volkswagen.

Aus EU-Kreisen verlautet, dass Olaf überprüft, ob VW zu Unrecht Kredite der Europäischen Investitionsbank erhalten und sie für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet hat. Olaf ist für die Bekämpfung von Betrug und Korruption zuständig, wenn dadurch die finanziellen Interessen der EU geschädigt werden. Die Antikorruptionsbehörde wollte bislang keine weiteren Informationen zu den Ermittlungen bekannt geben.

Verwunderung bei Volkswagen

VW reagierte erstaunt über die Nachricht: "Volkswagen sind Ermittlungen der Olaf nicht bekannt", hieß es aus der Konzernzentrale in Wolfsburg. "Wir sind verwundert darüber dass die Behörde an die Öffentlichkeit geht, ohne zunächst die Betroffenen zu informieren." VW habe in den vergangenen Monaten vertrauensvolle Gespräche mit der Europäischen Investionsbank EIB geführt.

VW hat von der EIB seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro an günstigen Krediten erhalten. Mit diesem Geld sollten unter anderem umweltfreundliche Motoren entwickelt werden. Volkswagen muss der Bank noch rund 1,8 Milliarden Euro zurück zahlen. Die Europäische Investitionsbank gehört den EU-Mitgliedsstaaten und vertritt deren Interessen.

Ermittlungen auch gegen Bosch

Logo des Autozulieferers Bosch | Bildquelle: AP
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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart untersucht die Rolle des Zulieferers Bosch.

Auch an anderer Stelle finden im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal weitere Ermittlungen statt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart überprüft die Rolle des Zulieferers Bosch. Das Unternehmen soll möglicherweise an Straftaten beteiligt gewesen sein, die möglicherweise ein Automobilkonzern begangen habe, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Sie nannte keinen konkreten Tatvorwurf.

Ein Sprecher von Bosch sagte, sein Unternehmen arbeite grundsätzlich mit den Behörden zusammen. Er wollte sich aber nicht zu dem Verfahren äußern. Im September hatte Bosch eine Verantwortung im VW-Skandal zurück gewiesen. Der Konzern liefert Komponenten nach Anforderung der Kunden zu.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Dezember 2015 um 11:30 Uhr.

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