Internethändler knickt vor Kartellamt ein Keine "Rabatt-Diktate" mehr bei Amazon

Stand: 27.08.2013 17:48 Uhr

Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld (Bildquelle: dpa)
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Gibt zunächst klein bei: der Internethändler Amazon

Internethändler können ihre Produkte künftig anderswo billiger anbieten als bei Amazon. Die bislang geforderten "Best-Preis-Garantien" wolle das Online-Kaufhaus künftig nicht mehr durchsetzen, teilte das Bundeskartellamt in Bonn mit. Den Kartellwächtern zufolge hat Amazon seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen für einen Teil der Händler bereits entsprechend geändert.

Bei Amazon war es bislang üblich, Händlern zu untersagen, ihre Produkte auf anderen Plattformen günstiger zu verkaufen - etwa über Ebay oder auf der eigenen Webseite des Händlers. Anfang des Jahres waren die Wettbewerbshüter gegen die "Preisparitätsklauseln" oder "Rabatt-Diktate" genannten Bestimmungen vorgegangen. Die Klauseln könnten "gegen das allgemeine Kartellverbot verstoßen", hatte Kartellamtschef Andreas Mundt damals erklärt.

Verfahren noch nicht beendet

Die Wettbewerbsbehörde sieht in den Preisklauseln eine Behinderung von Wettbewerbern, die dem mittlerweile etablierten Großanbieter Amazon mit billigeren Preisen Kunden abjagen könnten. Alles in allem berge Amazons Strategie daher sogar die Gefahr eines allgemein höheren Preisniveaus - zu Lasten der Verbraucher.

Ob Amazons Zugeständnisse ausreichen, das Verfahren zu erledigen, wird Mundt zufolge nun geprüft. Das Bundeskartellamt hatte zuletzt Hunderte von Händlern befragt, inwieweit sich die Vertragsklauseln von Amazon auf ihr Geschäft auswirken.

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