Amazon-Drohne

Amazon will per Drohne liefern Wenn der Postbote achtmal rotiert

Stand: 02.12.2013 16:49 Uhr

Das US-Internetkaufhaus Amazon könnte seinen Kunden nach eigenen Angaben schon bald Bestellungen mit Hilfe von Helikopter-Drohnen ausliefern. Ein Video auf der Firmen-Website zeigt kleine Flugroboter, die in den Auslieferzentren des Unternehmens Pakete in gelben Behältern aufsammeln und diese eine halben Stunde nach Bestellung bei den Kunden abliefern.

"Ich weiß, das sieht nach Science-Fiction aus", sagte Amazon-Chef Jeff Bezos dem US-Fernsehsender CBS. "Das ist es aber nicht."

Das Helikopterdrohnensystem muss demnach noch Sicherheitstests durchlaufen und braucht die Genehmigung von US-Bundesbehörden. Jedoch könne Amazon seinen Express-Lieferservice "Prime Air" schon in vier oder fünf Jahren anbieten, sagte Unternehmenschef Bezos.

Amazon könne damit Objekte transportieren, die bis zu rund 2,3 Kilogramm wögen, was 86 Prozent des Warensortiments abdecke. Auch sei es umweltfreundlicher, die Waren anstelle von Lastwagen mit Drohnen ausliefern zu lassen.

Die Drohnen werden von Elektromotoren getrieben und haben nach Angaben des Unternehmens eine Reichweite von zehn Meilen (rund 16 Kilometer). In städtischen Regionen kann damit ein großer Teil der Bevölkerung erreicht werden. Zu den Lieferadressen finden die Drohnen per Satellitennavigation über GPS.

Start schon 2015?

Amazon-Auslieferungsdrohne "Octocopter" (Screenshot eines Amazon-Videos auf YouTube)
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Amazon-Auslieferungsdrohne "Octocopter" in einem Amazon-Firmenvideo auf YouTube

Amazon erklärte, die "Octocopter" - der Name kommt von den acht Rotoren der Drohnen - könnten die Arbeit aufnehmen, sobald die notwendigen Bestimmungen erlassen seien. Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA arbeite aktiv an entsprechenden Regularien für den Einsatz unbemannter Fluggeräte.

Auf seiner Internetseite äußerte sich Amazon zum Start des Helikopterdienstes optimistischer als Firmenchef Bezos. Die FAA könnte demnach schon 2015 entsprechende Regularien erlassen. Die Flugdrohnen von Prime Air sollen zu diesem Zeitpunkt nach Angaben des Unternehmens schon startklar sein.

Ob der Express-Lieferservice per Fluggerät auch in Deutschland an den Start gehen kann, ist fraglich: Hierzulande muss laut Luftverkehrsordnung für den Start unbenannter Fluggeräte unter bestimmten Bedingungen eine Erlaubnis eingeholt werden.

DHL entwickelt "Paketkopter"

Die Post-Tochter DHL arbeitet an der Entwicklung eines gelben "Paketkopters" mit vier Rotoren. "Wir stehen aber ganz am Anfang", sagte eine Sprecherin.

Der Konzern denke darüber nach, das Gerät möglicherweise für besonders eilige Lieferungen etwa in der Medikamentenversorgung einzusetzen. Eine weitere Möglichkeit könnte eine Zustellung per Paketkopter an geografisch schwer zugängliche Adressen sein. Konkrete Pläne, den Paketkopter im Regelbetrieb der Paketzustellung einzusetzen, gebe es derzeit jedoch nicht.

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