Alibaba-Gründer Jack Ma und der Regisseur und Produzent Steven Spielberg | Bildquelle: REUTERS

China in Hollywood Alibaba steigt bei Spielbergs Amblin ein

Stand: 10.10.2016 16:40 Uhr

Chinesische Investoren sind weiter auf Einkaufstour. Diesmal geht es allerdings nicht um europäische Hochtechnologie, sondern um amerikanische Unterhaltung. Jüngster Deal: Der Alibaba-Konzern steigt bei Steven Spielbergs Firma Amblin ein.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Chinesische Investoren kaufen sich weiter in Hollywood ein. Das Internet- und Shoppingunternehmen Alibaba hat am Wochenende angekündigt, künftig mit dem Unternehmen Amblin Partners zusammenzuarbeiten, es gehört dem US-Regisseur Steven Spielberg. Alibaba und Spielberg wollen gemeinsam Filme produzieren, heißt es in einer Mitteilung. Alibaba wird sich an Spielbergs Firma beteiligen und künftig einen Sitz im Vorstand des Hollywood-Unternehmens haben.

Mehr China nach Amerika, mehr Amerika nach China

Steven Spielberg und Alibaba-Gründer Jack Ma ließen sich am Wochenende in Peking für die Kooperation feiern. Spielberg sagte, man wolle mehr China nach Amerika bringen und mehr Amerika nach China. Ma betonte, der einzige Unterschied zwischen West und Ost sei, dass die Menschen im Westen Geschichten besser erzählen könnten als die im Osten.

Was für den Deal gezahlt wurde, ist nicht bekannt. Fest steht aber: Das Geschäft lohnt sich für beide Seiten. Amblin, zu dem auch das Animationsstudio Dreamworks gehört, bekommt künftig einfacher Zugang zum schnell wachsenden chinesischen Filmmarkt. Alibaba wiederum profitiert vom US-amerikanischen Know-How. Außerdem dürften die Chinesen Einfluss auf die Inhalte von Filmen bekommen. Das ist auch genau der Punkt, vor dem Kritiker warnen: Schließlich herrscht in China keine Meinungsfreiheit, viele politische und gesellschaftliche Themen sind tabu.

Wanda hat schon eingekauft

Schriftzug von Wanda Cinema
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Schon in Hollywood vertreten: Wanda Cinema

Chinesische Geldgeber investieren seit Monaten massiv in Hollywood. Ende September schloss der chinesische Unterhaltungskonzern Wanda eine Allianz mit Sony Pictures. Anfang des Jahres hatte Wanda bereits das US-Filmstudio Legendary gekauft, für rund 3,1 Milliarden Euro. Es wird immer deutlicher: Während chinesische Investoren sich in Europa vor allem im Bereich Hochtechnologie einkaufen, zielen sie in den USA auf Medien und Unterhaltung.

Interesse an Rinderfarmen in Australien

Auf einem ganz anderen Teil der Erde investieren Chinesen massiv in Land und Ressourcen: und zwar in Australien. Dort wollen Chinesen Rinderfarmen mit einer Größe von mehr als 100.000 Quadratkilometern Größe kaufen. Das sorgt in Australien seit Monaten für heftige Diskussionen.

Alibaba & Spielberg: China baut Engagement in Hollywood aus
S. Wurzel, ARD Shanghai
10.10.2016 16:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. Oktober 2016 um 14:36 Uhr.

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