Kernkraftwerk Grafenrheinfeld | Bildquelle: picture alliance / dpa

Beschleunigter Atomausstieg in Bayern E.ON schaltet Grafenrheinfeld früher ab

Stand: 28.03.2014 12:17 Uhr

Das bayerische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld geht früher vom Netz als geplant. E.ON will das AKW bereits im Frühjahr 2015 abschalten - sieben Monate vor dem eigentlichen Aus. Der Betreiber bestätigte entsprechende Informationen des ARD-Hauptstadtstudios. Der Betrieb ist offenbar nicht mehr rentabel.

Von Oliver Mayer-Rüth, ARD-Hauptstadtstudio

Nach Recherchen des ARD-Hauptstadtstudios hat der Stromkonzern E.ON beschlossen, den Betrieb des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld in Bayern im Frühjahr 2015 zu beenden. Damit wird das AKW sieben Monate vor dem gesetzlich vorgesehenen Laufzeitende vom Netz genommen.

Eine entsprechende Stilllegungsanzeige will das Unternehmen nun der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber Tennet übermittelt haben. Offenbar ist der Betrieb des Kraftwerks kaum noch rentabel. Der Weiterbetrieb von Kernkraftwerken sei wirtschaftlich nur noch dann sinnvoll, wenn sich ein genügend langer Zeitraum ohne Kernbrennstoffsteuer anschließe, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Oliver Mayer-Rüth, ARD Berlin, zur vorzeitigen AKW-Abschaltung
tagesschau 12:00 Uhr, 28.03.2014

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Bund will nicht einspringen

Hätte E.ON das Kraftwerk bis zum vorgesehenen Laufzeitende betreiben wollen, wären ca. 80 Millionen Euro Brennelementesteuer angefallen. Aus Regierungskreisen hieß es wiederholt, dass der Bund nicht bereit sei, dem Kraftwerksbetreiber diese Steuer zu erlassen. Jetzt müssen Bundesnetzagentur und Netzbetreiber das Stromnetz bis Ende 2015 durch Stromzukauf aus dem Ausland, Reservekraftwerke und dem sogenannten Redispatching, der Verschiebung der Stromproduktion, stabil halten.

Die Bundesnetzagentur geht in einem internen Schreiben, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, davon aus, dass die Kosten dafür "nicht unterhalb 80 Millionen Euro liegen werden". Diese Kosten werden üblicherweise auf die Stromkunden übertragen, so die Bundesnetzagentur.

Korrespondent

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