Der Militärtransporter A400M von Airbus | Bildquelle: dpa

Gewinn gesunken Sorgenkind A400M zieht Airbus runter

Stand: 22.02.2017 09:56 Uhr

Der Dauer-Ärger mit dem Militärtransporter A400M hat Airbus die Bilanz gründlich verhagelt: 63 Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr. Der Militärtransporter bereitet dem europäischen Flugzeugbauer schon lange Probleme.

Die Pannenserie beim Militär-Transportflieger A400M belastet die Bilanz von Airbus. Der europäische Flugzeugbauer erzielte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr einen Gewinn von 995 Millionen Euro - das sind 63 Prozent weniger als im Jahr 2015. Als Gründe für den Rückgang nannte Airbus ungünstige Wechselkurse und eine Rückstellung von 2,2 Milliarden Euro für den Militärtransporter A400M. Der Umsatz wuchs demnach um drei Prozent auf 67 Milliarden Euro.

Der A400M bereitet Airbus seit Längerem Probleme. Er war 2003 von den NATO-Staaten Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Türkei gemeinsam in Auftrag gegeben worden. Wegen technischer Probleme und unterschiedlicher Wünsche der Länder verzögerte sich die Auslieferung des Flugzeugs jedoch erheblich.

A400M macht bei von der Leyen schlapp

2016 lieferte Airbus 17 Exemplare aus, 2015 waren es lediglich elf. Erst vor wenigen Wochen hatte ein vor Weihnachten an die Bundeswehr ausgelieferter Airbus-Militärtransporter A400M Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Litauen im Stich gelassen. Er flog die Ministerin und ihre Delegation zwar ohne Probleme zu einem Besuch deutscher Soldaten zum litauischen Stützpunkt Rukla. Wegen eines Triebwerksschadens musste die Ministerin aber ein Ersatzflugzeug für den Rückflug nehmen.

Airbus will Vertragsstrafen reduzieren

Angesichts der Probleme mit dem A400M verlangte Airbus neue Zugeständnisse der Käuferstaaten. "Wir müssen die Blutung stoppen und Risiken aus dem Programm nehmen", sagte Airbus-Chef Tom Enders. Das Unternehmen sucht neue Verhandlungen mit seinen Kunden. Es gehe dabei nicht um eine zusätzliche Finanzspritze, aber unter anderem darum, die hohen Vertragsstrafen zu reduzieren. "Wir sind nicht zurück im Jahr 2009", sagte Enders. Damals hatten die Käuferstaaten das A400M-Projekt mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe vor dem Aus gerettet. Deutschland hat 53 Exemplare des A400M bestellt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Februar 2017 um 13:50 Uhr.

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