Eurofighter

Steuerforderung Airbus muss Millionen nachzahlen

Stand: 25.01.2017 18:03 Uhr

Es geht um dubiose 90 Millionen Euro, die Airbus im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Verkauf steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen wollte. Doch das Finanzamt München hat nach Recherchen von NDR, WDR und SZ abgelehnt. Nun muss Airbus Millionen nachzahlen.

Von Katja Riedel, WDR

Wegen dubioser Zahlungen beim Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen an Österreich hat der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus jetzt Ärger mit dem deutschen Fiskus. Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" beanstandet das Finanzamt München Zahlungen in Höhe von 90 Millionen Euro und erkennt sie nicht als Betriebsausgaben an. Der Konzern muss deshalb Steuern in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro nachzahlen.

Die 90 Millionen Euro waren über mutmaßliche Briefkastenfirmen offenbar in dunkle Kanäle geflossen. Damals war Airbus noch als EADS bekannt. Airbus erklärte dazu auf Anfrage, man habe sich mit dem Finanzamt München auf eine "begrenzte Steuernachzahlung geeinigt". Das sei aber kein Schuldeingeständnis.

Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt seit langem wegen Korruptionsverdachts beim Verkauf von 15 Eurofightern für rund 1,7 Milliarden Euro an die Regierung in Wien. Weil die Empfänger der dubiosen Zahlungen bislang aber nicht ausfindig gemacht werden konnten, dürfte sich der Verdacht einer Bestechung nicht belegen lassen.

Kenner des Verfahrens in München halten nunmehr eine Anklage gegen frühere Airbus-Manager wegen Veruntreuung von Konzernvermögen für möglich. Mit Untreue-Anklagen hatten sich Staatsanwälte beim Siemens-Schmiergeldskandal beholfen, weil Geldempfänger nicht ermittelt werden konnten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Januar 2017 um 11:40 Uhr.

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