Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin (Bildquelle: REUTERS)

Bericht über Lohnkürzung Mitarbeiter von Air Berlin sollen verzichten

Stand: 19.01.2013 16:38 Uhr

Die Mitarbeiter von Air Berlin sollen einem Medienbericht zufolge auf Teile ihres Gehalts verzichten. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft verlange das als Beitrag zur Sanierung, berichtet das Magazin "Focus". Die Gehälter des Vorstands sollten nach den Vorstellungen des neuen Unternehmenschefs Wolfgang Prock-Schauer um zehn Prozent, die der rund 9300 Beschäftigten um fünf Prozent gekürzt werden.

Gewerkschaft muss zustimmen

Maschine der Air Berlin (Bildquelle: APN)
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Muss dringend raus aus der Verlustzone: Air Berlin

Eine Air-Berlin-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Gewerkschaft ver.di konnte die genannten Zahlen auf Anfrage nicht bestätigen. Derzeit sei bei den Beschäftigten jedoch keine Bereitschaft zum Gehaltsverzicht zu erkennen, sagte eine ver.di-Sprecherin. Dies gelte für eine fünfprozentige Lohnkürzung ebenso wie für den bereits bekannten Vorschlag, auf das 13. Monatsgehalt zu verzichten. Eine Zustimmung der Gewerkschaften ist aber zumindest bei den Arbeitnehmern mit Tarifbindung notwendig. Laut ver.di betrifft dies etwa zwei Drittel der 9300 Beschäftigten.

Eine weitere Sparmaßnahme betrifft dem Bericht zufolge den Standort Düsseldorf. Dort werde es künftig keine "große Wartung" der Flugzeuge mehr geben. Diese umfangreiche, turnusmäßig fällige Untersuchung solle künftig ausschließlich in München durchgeführt werden. Betroffen seien etwa 100 Mitarbeiter.

Mit "Turbine" aus der Krise?

Air Berlin schreibt seit Jahren rote Zahlen. Das auf zwei Jahre angelegte Sanierungsprogramm "Turbine" soll helfen, die Fluggesellschaft wieder auf Kurs zu bringen. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass bei Air Berlin bis Ende 2014 fast jede zehnte Stelle wegfällt. Durch den Wegfall von rund 900 Arbeitsplätzen und einen Gehaltsverzicht wolle der neue Firmenchef Wolfgang Prock-Schauer etwa 40 Millionen Euro sparen, schreibt "Focus" ohne Angabe von Quellen. Dies wäre etwa ein Zehntel der Summe, die im Rahmen des angekündigten Sanierungsprogramms "Turbine" insgesamt zusammenkommen soll.

Hartmut Mehdorn (links) hat den Chefposten bei Air Berlin an Wolfgang Prock-Schauer abgegeben. (Bildquelle: dpa)
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Der Alte und der Neue: Hartmut Mehdorn hat den Chefposten bei Air Berlin an Wolfgang Prock-Schauer abgegeben.

Firmenchef Prock-Schauer hatte Anfang des Monats Hartmut Mehdorn an der Vorstandsspitze abgelöst. Der "Neue" will die Fluglinie mit Personalabbau, Stellenstreichungen und dem Verkauf von Flugzeugen wieder in die Gewinnzone führen.

So will sich Air Berlin auf seine Kernmärkte Deutschland, Österreich und die Schweiz und profitable Strecken konzentrieren. Die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf sollten ausgebaut und die Zahl der Flüge nach Mallorca erhöht werden. Einschnitte macht Air Berlin bei seiner Flotte. Die Zahl der Flugzeug solle im Vergleich zu Ende September um 16 auf 142 sinken. Auf dem Hochpunkt seiner Expansionsstrategie zählte der Lufthansa -Konkurrent knapp 180 Maschinen.

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