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Air Berlin streicht jeden zehnten Job
Mit weniger Personal und weniger Jets aus der Krise?
Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will etwa jeden zehnten von 9300 Arbeitsplätzen streichen. Dem auf zwei Jahre angelegten Sparprogramm "Turbine" sollen rund 900 Stellen zum Opfer fallen, kündigte das Unternehmen an. Betriebsbedingte Kündigungen seien dabei nicht ausgeschlossen. Betroffen seien Mitarbeiter in allen Unternehmensbereichen - sowohl Piloten und Flugbegleiter als auch die Angestellten am Boden und in der Verwaltung, sagte ein Konzernsprecher.
Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will auch das Streckennetz straffen und die Flotte von derzeit 158 auf 142 Flugzeuge verkleinern. Man wolle sich auf seine Kernmärkte Deutschland, Österreich und die Schweiz und profitable Strecken konzentrieren, heißt es in einer Mitteilung. Die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf sollten ausgebaut und die Zahl der Flüge nach Mallorca erhöht werden.
An anderen Stellen stehen dagegen Kürzungen an. "Das auf zwei Jahre angelegte Programm geht über alle Unternehmensbereiche hinweg". Das schließe auch Beziehungen zu den Geschäftspartnern ein. Ziel sei es, in diesem und im nächsten Jahr insgesamt rund 400 Millionen Euro einzusparen.
Nach Expansion setzt Air Berlin nun auf Streichungen
Air Berlin hatte in den vergangenen Jahren mehrere andere Fluggesellschaften übernommen, darunter den Ferienflieger LTU. Gleichzeitig macht der Konzern seit längerer Zeit hohe Verluste und konnte sich nur durch den Einstieg des Konkurrenten Etihad Airways finanziell Luft verschaffen. Im Rahmen des Sanierungsprogramms "shape & size" hatte die Gesellschaft bereits vor gut einem Jahr Verbindungen gestrichen und die Flotte verkleinert.
Das Sparprogramm hatte noch der ehemalige Chef von Air Berlin, Hartmut Mehdorn, angekündigt. Umsetzen muss es sein Nachfolger Wolfgang Prock-Schauer, der vor einer Woche den Chefposten bei Deutschlands zweitgrößter Airline übernommen hatte. Prock-Schauer war erst im Oktober zu Air Berlin gekommen und bislang im Vorstand für Strategie und Planung verantwortlich.
Stand: 15.01.2013 14:37 Uhr
