Eine Ryanair-Maschine beim Start | Bildquelle: REUTERS

Rückzug von Air-Berlin-Insolvenz Ryanair hat kein Interesse mehr

Stand: 30.08.2017 16:50 Uhr

Immer wieder hatte Ryanair-Chef O'Leary das Insolvenzverfahren von Air Berlin kritisiert. Es sei weder ein offenes noch ein transparentes Verfahren. Nun teilte der irische Billigflieger mit, kein Angebot mehr für die Fluggesellschaft abgeben zu wollen.

Die Billigfluglinie Ryanair will nicht für Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bieten. "Wir werden uns in diesen Prozess nicht einmischen. Es ist ein abgekartetes Spiel", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Berlin.

Unter fairen und offenen Bedingungen wäre er interessiert, doch die gebe es derzeit nicht. Ryanair wirft Air Berlin und Lufthansa ein Komplott vor. Die Insolvenz sei künstlich erzeugt worden, damit Lufthansa Air Berlin schuldenfrei übernehmen könne. Andere Airlines würden in dem Verfahren benachteiligt.

Bundeskartellamt soll Insolvenz prüfen

Ryanair habe das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbsbehörde aufgefordert, diese "künstlich erzeugte Insolvenz" zu untersuchen. Der Zeitpunkt der Insolvenz von Air Berlin Mitte August sei gewählt worden, um vor der Bundestagswahl Druck auf die Politik auszuüben. Air Berlin will bis zum 15. September Angebote von Investoren einsammeln.

Ministerium: Eilantrag wird Staatskredit nicht verzögern

Derweil teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit, dass der Eilantrag der Fluggesellschaft Germania gegen den Staatskredit für Air Berlin die Auszahlung des Geldes nicht verzögern werde. Das Einreichen des Antrags habe keine aufschiebende Wirkung, sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Die Bundesregierung gehe weiter davon aus, dass die EU-Kommission den Überbrückungskredit genehmigen werde.

Der 150-Millionen-Euro-Kredit durch die staatliche KfW-Bank soll sicherstellen, dass Air Berlin während der Verkaufsverhandlungen trotz Insolvenz weiterfliegen kann. Germania will dies mit einem Eilantrag verhindern, solange die EU-Kommission die Hilfe nicht billigt. Die Gesellschaft wirft dem Bund vor, die Lufthansa zu bevorzugen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. August 2017 um 16:00 Uhr in den "Hundert Sekunden" und um 17:30 Uhr in der "Wirtschaft".

Darstellung: