Ein Airberlin-Flugzeug fährt in eine Wartungshalle | Bildquelle: dpa

Abschied nach 40 Jahren Air Berlin wünscht "Macht et jut"

Stand: 27.10.2017 23:51 Uhr

Am späten Abend ist der letzte Air-Berlin-Flieger in Tegel gelandet. Vor der Ankunft des Fluges AB6210 hat sich die Gesellschaft nach 40 Jahren Flugbetrieb offiziell mit einem "Macht et jut" verabschiedet. Für die Mitarbeiter wird es eine harte Landung.

Die rot-weiße Ära geht nach 40 Jahren zu Ende: Kurz vor dem letzten Flug hat sich die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin von ihren Kunden verabschiedet. "Air Berlin bedankt sich an diesem traurigen Tag bei allen Mitarbeitern, Partnern und Passagieren, die uns über die vielen Jahre ihr Herz und ihre Treue geschenkt haben", teilte die Fluggesellschaft mit. "Air Berlin wünscht allzeit "Happy Landings!" und sagt im Namen aller Mitarbeiter "Macht et jut!"

Die nach Lufthansa bisher zweitgrößte deutsche Fluglinie hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Flug AB6210 ist der letzte - er sollte um 22.45 Uhr planmäßig in Berlin-Tegel landen. "Es ist ein emotionaler Abschied für Passagiere und Airline-Mitarbeiter", heißt es in der Mitteilung. Seit ihrem Erstflug am 28. April 1979 (Berlin-Mallorca) habe die Airline mehr als eine halbe Milliarde Passagiere befördert. "Hoffnungen, Träume, die Sehnsucht nach der Ferne und die Liebe zum Reisen flogen immer mit und erzeugten Tausende Geschichten", erklärte das Unternehmen.

Kritiker machen eine zu schnelle Expansion und ein verfehltes Geschäftsmodell für das Scheitern der Fluggesellschaft verantwortlich. Demnach wurde Air Berlin im Konkurrenzkampf mit Billigfliegern auf der einen Seite und Premium-Airlines wie der Lufthansa auf der anderen Seite zerrieben.

Letzter Air-Berlin-Flug landet in Tegel
tagesthemen 21:45 Uhr, 27.10.2017, Anke Hahn, ARD Berlin

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Lufthansa übernimmt den Großteil

Nach der Insolvenz Mitte August wird Air Berlin nun zerschlagen. Den Löwenanteil mit rund 80 von gut 130 Flugzeugen übernimmt die Lufthansa. Zudem sollen bis zu 3000 der 8000 Mitarbeiter zum Lufthansa-Konzern wechseln. Die insolvente Airline verhandelt zudem mit dem britischen Billigflieger Easyjet und der Thomas-Cook-Tochter Condor weiter, die ebenfalls an Air-Berlin-Teilen interessiert sind. "Unser Ziel ist es, im Laufe des Tages mit einem der beiden Bieter zum Abschluss zu kommen", sagte ein Air-Berlin-Sprecher. Easyjet und Condor äußerten sich nicht dazu.

Demonstration von Mitarbeitern vor der Zentrale von Airberlin | Bildquelle: AFP
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Demonstration von Mitarbeitern vor der Zentrale von Airberlin (Archivbild)

Zukunft für Tausende Mitarbeiter ungewiss

Die Zukunft für Tausende noch verbleibende Mitarbeiter ist aber am letzten Flugtag der Airline ungewiss. Der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren, Frank Kebekus, sieht dennoch Chancen auch für die nicht übernommenen Mitarbeiter. "Wir gehen davon aus, dass wir 70 bis 80 Prozent der Arbeitsplätze überleiten können", sagte er im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Es werde ja noch mit Condor und Easyjet verhandelt.

Lösung für die Techniksparte

Zuletzt hatte Air Berlin für seine Techniksparte neue Eigentümer gefunden. Eine Bietergemeinschaft der Berliner Zeitfracht-Gruppe mit der Wartungsfirma Nayak werde noch in dieser Woche einen Kaufvertrag unterzeichnen, teilte die Airline mit. Nach den Worten von Kebekus werden rund 300 Mitarbeiter übernommen, für weitere 550 werde es eine Auffanggesellschaft geben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Oktober 2017 u.a. um 12:00 Uhr.

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