Logo des Airbag-Herstellers Takata | Bildquelle: picture alliance / dpa

34 Millionen Autos müssen in die Werkstatt Rekordrückruf wegen Airbag-Defekt

Stand: 19.05.2015 21:53 Uhr

Seit Jahren sorgen Probleme mit Airbags des japanischen Herstellers Takata für Schlagzeilen. Nun gab das Unternehmen dem Druck der US-Behörden nach und willigte in den größte Rückruf in der Geschichte des Landes ein. Betroffen sind fast 34 Millionen Autos.

Die massiven Probleme des japanischen Airbag-Herstellers Takata führen zum größten Rückruf in der Geschichte der US-Automobilindustrie. Unter dem Druck der US-Verkehrsaufsicht räumte das Unternehmen Gefahren bei 33,8 Millionen Fahrzeugen ein. Diese werden nun in die Werkstätten beordert. Betroffen sind elf Autokonzerne. Verkehrsminister Anthony Foxx sprach vom komplexesten Rückruf der US-Geschichte.

Rückrufe in den USA verdoppelt

Schon in der Vergangenheit riefen zahlreiche Hersteller wie Toyota, Nissan, Honda, Ford und Chrysler zahlreiche Fahrzeuge zurück. Von den deutschen Autoproduzenten ist BMW betroffen. Allein in den USA summieren sich die bisherigen Rückrufe seit 2013 auf etwa 17 Millionen. Diese Zahl verdoppelt sich nun nochmals. Weltweit wurden seit 2008 bereits 36 Millionen Wagen zur Reparatur in die Werkstätten beordert.

Die zum Schutz der Insassen konzipierten Luftkissen von Takata können bei einem Unfall explodieren. Wegen Verarbeitungsmängeln blasen sie sich unter Umständen ohne Aufprall auf und können dabei auch Teile der Metallverkleidung sprengen. Diese herumfliegenden Teile sind für die Insassen gefährlich. Die Behörden gehen inzwischen von mehr als 100 Verletzten und mindestens sechs Todesopfern im Zusammenhang damit aus.

Takata zufrieden mit Einigung

Airbag-Schild | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die Airbags können sich unvermittelt öffnen.

"Wir sind froh, diese Einigung mit der US-Verkehrsaufsicht erreicht zu haben, die einen klaren Weg nach vorne darstellt, um das Vertrauen in die Autohersteller wieder herzustellen", teilte Takata-Chef Shigehisa Takada mit. Trotz aller Anstrengungen werde die abschließende Prüfung der Vorfälle noch Zeit in Anspruch nehmen.

Wegen mangelnder Kooperation bei den Ermittlungen hatten die US-Behörden gegen Takata im Februar eine Strafe von täglich 14.000 Dollar verhängt, solange der Konzern sich weigert, beim Krisen-Management mit den Aufsehern zusammenzuarbeiten. "Takatas Versagen ist nicht akzeptabel und wird nicht toleriert", hatte Verkehrsminister Foxx damals gesagt. Der Konflikt war eskaliert, nachdem Takata Forderungen nach einem landesweiten Rückruf zunächst abgelehnt hatte. Das Unternehmen machte das heiße und feuchte Klima in Bundesstaaten wie Kalifornien oder Florida für das unvermittelte Auslösen der Airbags verantwortlich. Es wollte die Rückrufe deshalb auf diese Regionen beschränken.

Größte Rückrufaktion der US-Geschichte
M. Buttler, ARD Washington
20.05.2015 04:00 Uhr

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